Nach den Plänen der Harzer Schmalspurbahnen GmbH sollen Dampfloks nicht nur in Benneckenstein zu erleben sein, sondern auch in Stiege und auf der Rübelandbahn. Die Bahnhöfe Benneckenstein und Stiege sind saniert. Nur zum Westernstadt-Bahnhof führt bisher kein Gleis hin.

Benneckenstein / Rübeland. Das Projekt einer Bahn bis nach Braunlage sei die einzige Ausbauidee, die derzeit geprüft wird, eine Erweiterung nach Thale oder der Bau eines Westernbahnhofs bei Hasselfelde werden " nicht favorisiert ".

Das sagte Matthias Wagener jüngst zur Arbeit der von ihm geführten Harzer Schmalspurbahnen GmbH ( HSB ) in diesem Jahr. Neben dieser Absage an einen Vorstoß von Westernstadt-Manager Wolfgang Hagenberger zum Bau eines Westernstadt-Anschlusses erläuterte die Geschäftsführung etliche Aktionen, die den Bereich Oberharz 2010 beleben.

Mit den ab 24. April erstmals geplanten Dampflokzügen von Quedlinburg zum Brocken zum Beispiel werde auch der Bahnhof Stiege aufgewertet. Der regere Zugbetrieb vor allem an der bei Eisenbahnfans beliebten Stieger Wendeschleife könnte einen Aufwind auslösen, hieß es. Das verpachtete und hübsch sanierte Bahnhofsgebäude stehe zur weiteren Bewirtschaftung – etwa mit Fahrkartenausgabe oder kleinem Imbiss – bereit, so HSB-Sprecherin Heide Baumgärtner.

Auch am Bahnhof Benneckenstein ging es voran. Die Schmalspurbahnen GmbH, so Wagener, habe ihre Anlagen inzwischen alle modernisiert. Dennoch gibt es hier einen Wermutstropfen : Die Sanierung durch Bahnhofspächterin Petra Biberbach und ihre Firma kam nach einer Absage von Fördergeldern ins Stocken. " Mehrere hunderttausend Euro wurden investiert für Fassaden, Heizung, Dach ", sagte Benneckensteins Ortschef Hans-Herbert Schulteß mit Lob. Seit einiger Zeit aber sei nichts mehr zu hören. Er hoffe, so Schulteß weiter, dass es mit dem Aufbau des internationalen Kongress- und Innovationszentrums sowie der Schottischen Gaststätte weiter gehe, zumal Dampfloks auch künftig in Benneckenstein halten. Aber nicht nur da.

Auch auf der Rübelandbahn soll die seit langem reparierte Dampflok 951027 in den nächsten Wochen rollen. Sie ist im Harz zumindest für Eingeweihten eine Altbekannte. Denn das Dampfross fuhr vor etwa 50 Jahren schon durch Rübeland. 951027 sollte bereits Weihnachten fahrbereit sein, doch die Formalitäten verzögerten das, hieß es, so dass das ersehnte Technik-Schmankerl nun zum Frühjahr von Blankenburg zur Stadt Oberharz dampfen soll. " Wir arbeiten an einer Marketing-Linie, um die rund 20 touristischen Fahrten in diesem Jahr für die Besucher zu einem Erlebnis werden zu lassen ", informierte Cathleen Hensel, Chefin des Tourismuseigenbetriebs Elbingerode, auf Nachfrage. Unter ihrer Federführung laufen die Gespräche. Leider müsse auch dies Jahr noch in Kauf genommen werden, dass der Aufenthalt in Rübeland nur eine halbe Stunde dauern werde. Über eine Verbesserung des Angebotes durch den Einsatz von Bussen, so Hensel, werde verhandelt.

Eisenbahngesetzlich, darauf verwies HSB-Chef Matthias Wagener, dürfe derzeit kein anderer Zug auf der Rübelandbahnstrecke fahren, wenn ein Touristenzug unterwegs ist. Das schränke die Fahrtzeiten für den Tourismus ein. An einer Verbesserung werde gearbeitet, ein Ergebnis liege aber frühestens 2011 vor.