Wernigerode. Der Altmeister auf der Posaune, Conny Bauer, ist Jahrgang 1943 und hat schon viele musikalische Stationen durchschritten.

Er kam bei seinem Gastspiel am Sonnabend in der Remise des Kunst- und Kulturvereins mit seinem Programm " Der gelbe Klang " und einer sehr speziellen Performance daher. Die heutigen Möglichkeiten der Elektronik ausnutzend, improvisierte er über soeben aufgenommene Klangpassagen ( Loops ) und zelebrierte mit seiner Solo-Performance ein Gesamtkunstwerk. Nur durch eine Pause unterbrochen, blies er anderthalb Stunden am Stück. Unterbrechungen wären hier auch fehl am Platz gewesen. Alles, was es an Möglichkeiten gibt, auf der Posaune zu blasen, wurde präsentiert. Bauer beherrscht Überblastechniken, Mehrstimmigkeit, geblasen sowie auch gesungen. Er vermag es, die Obertöne so zu verstärken, dass dieses Instrument wie ein ganzer Posaunenchor klingt. Dazu gesellen sich noch Perkussionseffekte durch Lippenbewegungen. Der Künstler improvisiert mit sich und über sich selber, er zaubert eine unvergessliche Melodik. Dass dies ein sehr spezielles Programm war, zeigte sich durch die teils relativ weit hergereisten Conny-Bauer-Fans.

Das Konzert bewies auch, dass es fernab vom Mainstream auch ein aufmerksames Publikum für die anspruchsvollen Facetten der Jazzmusik gibt. Zwei Zugaben forderten die Zuhörer noch ein, bevor Conny Bauer die Bühne verlassen konnte.

Das nächste Konzert veranstaltet der Jazzclub am Sonnabend, 27. März, mit dem Britta-Rex-Quartett um 20 Uhr in der Remise.