Auf den Spuren von Rennrodel–Olympiasiegerin Tatjana Hüfner ist der 26-Jährige Christian Schmidt aus Blankenburg. Er siegte bei der inoffiziellen Nackt-Rodel-WM in Braunlage.

Blankenburg. Welch ein Winter für das sportverrückte Blankenburg. Erst die Gold-Medaille für Rennrodel-Ass Tatjana Hüfner und nun sogar der Sieg im Nackt-Rodeln für Christian Schmidt. Der gebürtige Blankenburger stürzte sich am Wochenende nur mit Boxershort, Handschuhen, Helm und Stiefeln bekleidet, auf einem Schlitten die 89 Meter lange Rathauswiese in Braunlage hinab. " Ich wollte einfach mal etwas Besonderes erleben und Spaß haben ", meinte der Wahl-Magdeburger, der dort in seinem Traum-Beruf als Medien-Gestalter arbeitet.

Auf den ungewöhnlichen Wettbewerb war er über einen Radiosender gestoßen. Aus rund 300 Internet-Bewerbungen sei er schließlich für die " WM-Rennen " ausgewählt worden. Insgesamt gingen am Ende 28 leicht bekleidete Rodelfans an den Start. In zwei Durchgängen hatte sich Christian Schmidt letztlich für das Finale qualifiziert, das er mit knappem Vorsprung gewann und damit 1000 Euro Siegprämie einstrich. " Ein schöner Nebenverdienst ", freute sich der begeisterte Wintersportler, der sich sowohl auf Langlauf- als auch auf alpinen Pisten zuhause fühlt und gleich vier verschiedene Schlitten sein Eigen nennt. Sein Favorit : ein superschneller Plastik-Bolide. " Ich stehe auf ein bisschen mehr Speed. Mit dem Plastikschlitten kann man steilere Hänge hinunterfahren, wo man auch mal über Hügel springen kann ", erzählte der wagemutige Nackt-Rodel-König, der fast jedes Wochenende nutzt, um in Blankenburg und im Harz zu sein – vor allem im Winter : " Das ist meine zweitliebste Jahreszeit. "

Auch wenn in Braunlage zum Nackt-Rodeln eingeladen wurde – so ganz unbekleidet gingen die jungen Frauen und Männer dann doch nicht an den Start. " Ich hatte mir extra noch eine Ausrüstung zugelegt : besonders rauhe Handschuhe und Spikes ", erzählte Christian Schmidt, der bei der " Konkurrenz " sogar noch professionelleres Equipment entdecken konnte. Bei einer Neuauflage wird er wohl noch einmal aufrüsten müssen. Auf alle Fälle will er im nächsten Jahr seinen Titel verteidigen – " wenn das Preisgeld stimmt ", scherzte er.