Wernigerode. Der Bau- und Umweltausschuss des Stadtrates wird sich heute ab 17 Uhr öffentlich unter anderem auch mit einem Konzept zur Gestaltung der Außenanlagen Klintgasse 3 und 5 befassen.

Wenn das Gremium im zweiten Obergeschoss des Neuen Rathauses, Schlachthofstraße 6, tagt, muss es sich zumindestens nicht mehr mit der Nutzung der Räume selbst befassen. Denn konkrete Pläne gibt es dafür bereits seit bald zwei Jahren. Sie wurden von der Kulturstiftung Wernigerode entwickelt, erläutert deren Begründer Rainer Schulze. Diese Unterlagen

waren seinerzeit die Voraussetzung dafür, um überhaupt erst an Fördergeld vom Land und der Europäischen Union zu gelangen. Dabei handelt es sich laut Schulze um zusätzliche Finanzen und nicht etwa Denkmalschutzförderung. Zweite Bedingung : Die künftigen Betreiber dürfen nicht kommerziell agieren.

" Hätte die Stadt die Häuser verkauft, wären sie weg für alle Zeit "

Rainer Schulze : " Wir möchten, dass das öffentlich wird. " Hätte die Stadt die historischen Gemäuer verkauft, wären sie " weg für alle Zeit ". In der weitaus besser unter der Bezeichnung " Schiefes Haus " bekannten Klintgasse 5 soll die alte Walkmühle aus dem Jahre 1680 zu neuem Leben erweckt werden. Rainer Schulze : " Das ist ein Ding, wo mit heißem Wasser und Rollen Stoff verfilzt wird, damit er dicht wird. " Im einstigen Mühlenraum soll ein Modell solch einer Anlage ausgestellt werden, " offen, damit man reingucken kann, wie sie funktioniert ".

Zudem möchte die Stiftung zeigen, wie ein Fachwerkhaus gebaut wird und vielleicht noch weitere Minimühlen verschiedener Typen aufstellen. Schließlich weiß heute kaum noch jemand, wie sie einst konstruiert worden waren. Schulze : " Das soll auch ein Einstieg in die Fachwerkausstellung des Harzmseums sein, auf keinen Fall aber eine Konkurrenz. "

Im Obergeschoss ist die Einrichtung einer Werkstatt für den Miniaturpark " Kleiner Harz " denkbar. Damit sollen die Besucher angeregt werden, auch das Areal im Bürgerpark zu entdecken. Außerdem gibt es im Harzmuseum ein Therapieprojekt, wo ebenfalls Modelle gebaut werden. Dafür fehlt es allerdings derzeit an Platz. Ein Vorteil, beide Einrichtungen zu integrieren, ist laut Schulze : " Da wären immer Leute drin. "

Was schließlich die heute zu beratende Gestaltung der Außenanlagen betrifft, findet Rainer Schulze es " schön, dass man wieder um das Rathaus herumgehen kann ". Perspektivisch betrachtet, soll der voraussichtlich bis September 2011 komplett sanierte Komplex für den Weihnachtsmarkt mit genutzt werden.