Gabriele Kuhnt engagiert sich seit Jahren für krebskranke Kinder. Mit dem Verkauf selbstgefertigter Puppen, Kerzen und Ostereier versucht die Wernigeröderin, Geld für die kleinen Patienten zu sammeln. Erst kürzlich übergab sie in Magdeburg wieder fast 2000 Euro Spendengelder.

Wernigerode / Magdeburg. Vor einem Jahr berichtete die Volksstimme unter der Überschrift " Plüschtiere für die Seele – und für eine richtig gute Sache " erstmals über Gabriele Kuhnt. Der Beitrag über die Berufsschullehrerin aus Wernigerode, die seit 13 Jahren Puppen, Kerzen, Monde, Ostereier oder Weihnachtsbäume bastelt, um sie auf Trödelmärkten zugunsten krebskranker Kinder zu verkaufen, hatte Folgen. Denn wenige Wochen später war sie nicht nur Gast in der MDR-TV-Sendung " Show der Überraschungen ", sondern auch landesweit bekannt.

Denn durch die Veröffentlichungen in der Zeitung und der Ausstrahlung im Fernsehen weiß man im Harz, dass die temperamentvolle 57-Jährige nicht nur ein großes Herz hat, sondern ihre Liebe zum Mitmenschen auch lebt.

Ihre " Karriere " als Dauerspenderin für den Förderkreis am Magdeburger Uniklinikum begann im Ausbildungsjahr 1995 / 96, als in ihrer Klasse eine Auszubildende an Knochenkrebs erkrankte. Die Lehrerin Gabriele Kuhnt nahm für die krebskranke Ramona eine Art Mutterrolle ein und besuchte das junge Mädchen mehrmals pro Woche in der Magdeburger Klinik. Während Ramona längst geheilt ist, blieb der Kontakt zwischen Gabriele Kunth und dem Förderkreis Krebskranker Kinder bestehen : " Mich berührte die Dankbarkeit in den Augen der kleinen Patienten, wenn ich sie mit Kleinigkeiten bedachte und liebevolle Gespräche mit ihnen führte. "

Am Anfang kam Gabriele Kunth mit selbst gebastelten Teddys und Puppen, mit Geburtstagskarten, Knusperhäuschen oder selbst gebauten beleuchteten Monden im Elternhaus auf dem Klinikcampus vorbei. Als Tochter Sandra und Sohn Christian heirateten, versteigerte sie die Strumpfbänder von Tochter und Schwiegertochter an die Hochzeitsgesellschaften. 777 Euro brachten beide Bänder ein – für den Förderkreis.

Da der Bedarf an Plüschtieren im Elternhaus für Jahre gedeckt ist, verkauft Gabriele Kunth seit vielen Jahren ihre Bastelarbeiten auf Trödelmärkten im Harz. Der Erlös kommt stets dem Förderkreis zugute – im Vorjahr waren das 1100, 11 Euro, in diesem Jahr 1506 Euro.

Und ihr bekannt gewordenes Engagement für krebskranke Kinder zieht weite Kreise. Die Flohmarktveranstalter Hubert Franz oder Brigitte Meier erlassen ihr die Standgebühren, seitdem sie den Volksstimme-Artikel gelesen haben, die Lehrlinge des Hotels " Wasserschloss Westerburg " gaben Gabriele Kuhnt den mit 210 Euro gefüllten Spendentopf von ihrem " Tag des Lehrlings. " Ehemalige Schüler wie Anja Mahlert oder - Referendarin Doreen Müller beteiligten sich ebenfalls mit Spenden. Cornelius Hartmann stellte ein Sparschwein in seine Autowerkstatt – zugunsten der " Kinder " von Gabriele Kuhnt. Insgesamt waren das weitere 472, 83 Euro, die die gute Seele aus dem Harz kürzlich beim Förderkreis krebskranker Kinder abgab.