Mit dem Schrecken davon gekommen sind in der Nacht zu gestern ein Dutzend Anwohner der Marktstraße in Blankenburg. Sie mussten während eines Großbrandes evakuiert werden. Eines der beiden betroffenen, leerstehenden Gebäude brannte völlig aus und muss abgerissen werden. Die Löscharbeiten dauerten die ganze Nacht an.

Blankenburg. " Von allein brennt das nicht. " Auch wenn die Brandursachenermittler Volker Knappe und Christoph Heicke aufgrund der massiven Einsturzgefahr gestern Vormittag die Brandruine an der Marktstraße 5 gar nicht erst betreten konnten, stand ihr Urteil schnell fest : Brandstiftung. Denn schon seit langem waren in dem unbewohnten Gebäude an der Ecke zur Badegasse Strom, Gas und Wasser abgestellt. Die Polizei sucht nun Zeugen, die etwas Auffälliges gesehen haben und weitere Hinweise geben können – Telefon ( 0 39 41 ) 6 74 29.

Bereits zum zweiten Mal innerhalb von knapp vier Wochen wurde ein leerstehendes Gebäude in Blankenburg ein Opfer der Flammen. Und wiederum durch Brandstiftung. Allerdings gestalteten sich die Löscharbeiten gestern Nacht weitaus schwieriger, als am 30. Dezember an der Friedensstraße. Nach dem eingehenden Notruf um 22. 48 Uhr eilten rund 70 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren aus Blankenburg Cattenstedt, Wienrode und Timmenrode in die Marktstraße, wo laut Polizei das Haus Nummer fünf bereits in voller Ausdehnung brannte. " Problematisch war zunächst der böige Wind und dass einige Hydranten unter dem Schnee nicht sofort auffindbar waren ", resümierte am Morgen Einsatzleiter Werner Greif. Ehe die Löscharbeiten beginnen konnten, mussten außerdem drei parkende Autos durch einen Abschleppdienst aus der Gefahrenzone gebracht werden. Durch herabstürzende Trümmer wurden laut Polizei zwei Wagen beschädigt. Parallel wurden vorsorglich zwölf Anwohner aus den benachbarten und gegenüberliegenden Häusern evakuiert. Sechs von ihnen kamen bei Bekannten und Verwandten unter. Für weitere sechs öffnete Beate Kretschmer von der Stadtverwaltung bis zur Entwarnung gegen 3 Uhr das Rathaus.

Glutnester aufgespürt

Die beteiligten Feuerwehren gingen mit mehreren Trupps von außen gegen das Feuer vor und schützten auch die angrenzenden Gebäude vor einem Übergreifen der Flammen. Dabei setzten die Blankenburger ihre Drehleiter ein. Aus Quedlinburg bekamen sie Unterstützung durch einen sogenannten Bronto Skylift und den Einsatz von Schwerschaum. Die Löscharbeiten zogen sich bis in die Morgenstunden hin. Und auch gestern Nachmittag rückten die Blankenburger Kameraden nochmals aus, um immer noch qualmende Glutnester zu löschen.

Zuvor hatte das Technische Hilfswerk die Fassade der Brandruine abgestützt, wodurch die Marktstraße voll gesperrt werden musste. Wie das Polizeirevier Harz mitteilte, ist das Gebäude massiv einsturzgefährdet. Nach Rücksprache mit dem Bauordnungsamt des Harzkreises soll es " zeitnah " abgetragen werden.