Wernigerode. Schulleiter Dr. Detlef Gieseler ist zuversichtlich. Der große Andrang am Sonnabend beim Tag der offenen Tür im Landesgymnasium für Musik sei ein gutes Zeichen dafür, dass wieder zwei fünfte Klassen gebildet werden können. Dies sei schon in den vergangenen Jahren möglich gewesen und von der Landesregierung genehmigt worden. Nun erwartet er sogar eine Verordnung, dass wegen des anhaltend großen Interesses dauerhaft zwei fünfte Klassen genehmigt werden dürfen.

Rico Neher ( 9 ), der in der Prignitz zu Hause ist, gehört zu den Kindern, die im Musikgymnasium künftig lernen wollen. " Die Musik ist mein Leben ", sagte der Junge, der gern singt und Klavier spielt. Andächtig lauschte er dem Kinderchor. Zur Einstimmung der Schnupperstunden hatte zunächst der Mädchenchor öffentlich geprobt. Danach boten die 75 Mädchen und Jungen des Kinderchores ein 20-minütiges Programm. " Dafür haben wir zwei Monate lang geprobt ", berichtete Chorleiterin Beate Bensing.

Außerdem konnten sich die jungen Gäste von dem breit gefächerten Angebot an verschiedenen Unterrichtsfächern überzeugen. Während einer Schülerrallye kamen sie beispielsweise mit Fachlehrer Dr. Thomas Weich ins Gespräch. " Ich will motivieren, Französisch als zweite Fremdsprache zu erlernen, so der Pädagoge. Theo Langer aus Wernigerode ist sich noch unsicher, ob er im Musikgymnasium lernen will. Er singe gern, spiele auch ein Instrument, sagte er. Vor allem sei ihm wichtig, " dass die Lehrer nett sind. "

Dem Schulleiter komme es nicht darauf an, möglichst viele Schüler zu bekommen, sondern " die richtigen ". Nämlich solche, die gerne lernen, ihre Grenzen erkunden wollen und bereit sind, bis an diese Grenzen zu gehen. Momentan lernen im Musikgymnasium 280 Schüler, die von 60 Lehrern unterrichtet werden.

Das kommende Jahr werde ein besonderes sein, informierte Detlef Gieseler. Dann werde auch das 60-jährige Bestehen des Rundfunk-Jugendchores gefeiert, gemeinsam mit den Wernigerödern und prominenten Gästen, kündigte der Schulleiter an.