Wernigerodes Ordnungsamtsleiter wird heute offiziell verabschiedet. Nach fast 20 Jahren an der Spitze der Behörde beginnt für Wolfgang Arnecke ( 59 ) die Altersteilzeit. Auf den Cattenstedter wartet derweil ein " Unruhestand ". Da sind die Familie, seine Fußballkumpels und vierbeinige Freunde, denen er seit vielen Jahren hilft.

Wernigerode. Am 1. September 1990 hatte Wolfgang Arnecke seine Tätigkeit als Ordnungsamtsleiter der Stadt Wernigerode begonnen. " Das war eine einfache Geschichte ", erinnert sich der Cattenstedter. Als Vertragssachbearbeiter, Gruppenleiter Recht und Justitiar, wurde er seit 1970 im Metallleichtbaukombinat ( MLK ) Blankenburg beschäftigt. " Das MLK war 1990 so ziemlich am Ende, die Schließung abzusehen. " Um " nicht auf der Straße zu liegen ", bewarb er sich auf eine Ausschreibung hin. Und wurde unter vier Bewerbern ausgewählt.

Arnecke, 1950 in Blankenburg geboren, absolvierte von 1964 bis 1968 sein Abitur und eine Berufsausbildung zum Elektromonteur. 1972 bis 1978 folgte ein Fernstudium an der Humboldt-Universität Berlin mit Abschluss als Diplom-Jurist. Zwischen 1988 und 1990 qualifizierte er sich dann zum Rechtsanwalt. Seinen beruflichen Neustart in Wernigerode nennt Wolfgang Arnecke heute " eine spannende Zeit ". Denn : " Keiner hatte so eine richtige Vorstellung, was ein Ordnungsamt leisten könnte. " Also habe er sich mit seinen beiden Leuten zusammengesetzt. Entsprechend der Vorgaben aus der Kommunalgemeinschaftsstelle wurde festgelegt, welche Sachgebiete integriert werden. Ein Prozess, der 1993 mit der Übernahme des Einwohnermeldeamtes und der Berufsfeuerwehr der Kreisverwaltung abgeschlossen werden konnte. Damit zählte das Ordnungsamt 56 Mitarbeiter. So viele sind es auch heute.

" Am meisten freue ich mich darüber, dass ich ein tolles Team hatte ", attestiert Wolfgang Arnecke allen seinen Kollegen. Und : " Ich konnte mich immer auf sie verlassen. " Ein Amtschef kann nicht alles wissen, " aber er muss den groben Überblick haben und mitreden können ". Seit 1993 fungierte der Jurist auch als Vorsitzender des Personalrates. Und musste in dieser Funktion seine ärgerlichste Erfahrung sammeln. Arnecke : " Das war die Erstellung des Verwaltungsgutachtens. " Nicht, dass es 2003 geschrieben wurde, sondern die Art und Weise, wie das Ergebnis zustande kam. Die Konsequenz : " Da ist viel Porzellan zerschlagen worden. "

" Gehe nicht zurück in die Politik "

Was er seinem Nachfolger mit auf den Weg geben möchte, bezeichnet der 2000 zum Stadtoberamtsrat ernannte Beamte als " schwierig ". Voraussichtlich erst Mitte März wird diese Personalie durch den Stadtrat entschieden. Wolfgang Arnecke : " Er sollte offen und ehrlich mit den Mitarbeitern umgehen und auch mal auf deren Urteil hören. " Nicht mit Strenge agieren, sondern versuchen, Konflikte sachlich auf der Basis der rechtlichen Grundlagen zu lösen. Und : Der Neue sollte unbedingt die gute Kooperation mit den Kommunalpolitikern fortsetzen.

Für sich selbst sieht der 59-Jährige einem " Unruhestand " entgegen, auf den er sich freut. Da sind z. B. seine vier Enkel. Die beiden Jungen ( 12 ) können damit rechnen, dass Opa öfter mal als Taxi einspringt. Die Mädchen ( 4 und 2 ) in Hameln werden ihn jetzt regelmäßiger sehen. Sich um das Grundstück kümmern und regelmäßig mit zwei alten Kumpels zu Spielen der Fußball-Bundesliga fahren, hat er auch fest eingeplant. Nur eines ist vom Tisch. Wolfgang Arnecke : " Ich gehe nicht zurück in die Politik. " Trotz seines langjährigen Engagements als Mitglied des Cattenstedter Gemeinderates ( 1975-1989 ) und ehrenamtlicher Bürgermeister des Ortes ( 1994-2001 ).

Stattdessen will der " absolute Hundefan von kleinauf " dem Tierschutzverein Blankenburg / Derenburg helfen. Er selbst kümmert sich bereits seit vielen Jahren um kranke Vierbeiner und solche, die jeglichen Lebensmut verloren hatten.

Wolfgang Arnecke wird heute Vormittag offiziell verabschiedet. Aber er geht noch nicht so ganz. Vom 9. bis zum 11. Februar weilen Kollegen vom Ordnungsamt der Partnerstadt Neustadt an der Weinstraße in Wernigerode. Sie noch einmal zu treffen, ist ihm ebenfalls wichtig. Der Amtmann a. D .: " Wir hatten immer ein sehr gutes Verhältnis. "