Langenstein. Grünes Licht hat jetzt der Stiftungsrat der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt für die Umgestaltung des Mahnmals auf dem Gelände der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge gegeben, informierte eine Sprecherin der Stiftung. Die umfangreiche Umgestaltung soll danach bereits im Spätsommer dieses Jahres abgeschlossen sein.

Nach dem derzeitigen Stand der Planungen entstehen Kosten in Höhe von etwa 153 200 Euro. An der Finanzierung beteiligt sich nicht nur die Stiftung Gedenkstätten, sondern auch die Kreisverwaltung Harz und die Lotto-Toto GmbH. Die Mitglieder des Fördervereins der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge sammeln darüber hinaus Spenden für die Anfertigung von Namenstafeln von 772 Todesopfern, deren Identität bislang geklärt werden konnte. Sie sollen an den Aufschüttungen über den Gräbern in gut lesbarer Schriftgröße angebracht werden.

" Damit wird die Grundlage für ein würdiges Gedenken und Ehren der Toten unter Berücksichtigung der bisherigen Tradition der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge geschaffen ", erklärte der Vorsitzende des Stiftungsrates, Staatssekretär Rüdiger Erben.

Die Umgestaltung hat ein großes Ziel : die Gewährleistung einer würdigen Ruhe der ermordeten Häftlinge, die dort ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Dabei soll der Mahnmalkomplex weitgehend so wie er ist erhalten bleiben, weil er selbst ein Denkmal für die Geschichte der Erinnerungskultur ist. Die Umgestaltung umfasst die Kenntlichmachung der Massengräber durch Halden mit einer Überdeckung aus Steinen des Tunnelsystems, in dem die Häftlinge von den SS-Schergen zu unmenschlich harter Arbeit gezwungen und ermordet wurden.

Die Gedenkstätte in Langenstein-Zwieberge erinnert an die Opfer des Außenlagers " Malachit " des KZ Buchenwald. Von April 1944 bis April 1945 zwangen die Nationalsozialisten tausende von Häftlingen, ein 13 Kilometer langes Tunnelsystem in das Sandsteinmassiv der Thekenberge bei Halberstadt zu treiben. Ziel war die unter Tage bombensichere und getarnte Produktion von Teilen für Jagdflugzeuge. Die meisten der Gefangenen bezahlten dies mit ihrem Leben.

Seit 1949 erinnert eine Gedenkstätte an die Opfer aus 23 Ländern Europas. Auf dem ehemaligen Lagergelände befinden sich sechs Massengräber, davon fünf unter dem Plateau des Mahnmals. Nach dem Umbau der Anlage 1968 durch die Errichtung einer Aufmarschplattform waren die Gräber als solche nicht mehr erkennbar. Die gesamte Anlage trägt seither den Charakter eines Prozessionsweges, der über einen monumentalen Treppenaufgang mit Flammenschalen die Aufmerksamkeit der Besucher auf den Obelisken als wesentliches Gestaltungselement richtet.