Das Netzwerk für Integration im Harzkreis hatte sich im April 2008 unter Schirmherrschaft von Landrat Michael Ermrich ( CDU ) gegründet. Seitdem sind Leitlinien erarbeitet und Arbeitsgruppen gebildet worden. Das Gremium zog jetzt Zwischenbilanz.

Halberstadt. Rund 2600 Menschen mit Migrationshintergrund, also Zuwanderer, leben zurzeit im Harzkreis.

Diese Menschen sind aus unterschiedlichsten Gründen nach Deutschland gekommen und sind sowohl im Kreis als auch in Sachsen-Anhalt weniger als zwei Prozent der Bevölkerung. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 8, 2 Prozent. Doch jedes Jahr kommen neue Zuwanderer aus noch mehr Ländern mit unterschiedlichen Kulturen hinzu.

" Die Aufgabe der Integration dieser Menschen wird immer anspruchsvoller, die Probleme sind vielschichtig ", sagte Ermrich vor den Mitgliedern des Netzwerkes – Kindereinrichtungen, Schulen, Berufsschulen, Vereinen, Verbänden, Freizeit- und Kulturstätten und kommunalen Behörden und Ämtern – sowie vor Vertretern aus Politik und Verwaltung Sachsen-Anhalts.

Die Netzstelle für Integration wurde im September 2008 beim Landratsamt eingerichtet und wird von Herma Alpermann geleitet. " Es geht darum, dass sich ausländische Mitbürger im Harzkreis wohlfühlen und sie nicht ausgegrenzt werden ", sagte Alpermann. " Das können nicht einzelne Bürger oder Gruppen allein bewirken ", begründete sie die Aufgabe des Netzwerkes. Für die Integration wurden Leitlinien erarbeitet und Aufgaben formuliert ( Infokasten ). Die drei Themengruppen Arbeit / Ausbildung / Wirtschaft, Gemeinwesen und Bildung haben in den vergangenen zwei Jahren Tätigkeitsbereiche konkret abgesteckt, die Probleme analysiert und sich Ziele gesetzt. " Aus den Ergebnissen dieser Arbeit haben wir Aufgaben für die künftige regelmäßige und breite Kommunikation zwischen Netzwerkmitgliedern und Migranten formuliert ", sagte Alpermann und stellte diese vor. " Im Bereich Gemeinwesen liegen die Schwerpunkte bei den Themen Ausländerbehörde und ordnungsrelevante Belange, Migrationsdienste und Behinderung und Migration. " Weiterhin gehe es um die Schaffung von Arbeitskreisen Interkulturelle Öffnung, Sport, Sprachkompetenz und möglicherweise um eine Interkulturelle Woche im Landkreis.