Die Leserzuschriften in der Harzer Volksstimme unterstreichen : Das Interesse am " Kreiseln in Wernigerode " ist groß. Das freut auch Bauamtsleiter Jörg Völkel, der mit Fachleuten zum Pressegespräch gebeten hat, damit in die Debatte über Sinn und Unsinn Turbokreisel " wieder Objektivität reinkommt ".

Wernigerode. " Wir bauen an der Stadtecke weder einen Turbo- noch Monsterkreisel, sondern einen spiralförmigen Kreisverkehr ", stellte Jörg Völkel an den Beginn des Pressegesprächs. " Und Fakt ist : Das ist die endgültige Lösung. " Damit deutete der Bauamtsleiter auf die Kritiker, " die sich hätten eher einbringen können ". " Fast 15 Jahre lang ist an der Lösung für die Stadtecke gearbeitet worden ", so Völkel weiter und betonte : " Die Planer haben mehr als nur eine Möglichkeit in Betracht gezogen. "

Konkrete Untersuchungen seien im Zeitraum von 2002 bis ‘ 09 erfolgt, ergänzte Dr. Jens Barthl, Chef der Wernigeröder Ingenieur GmbH. Im Ergebnis wurde der " zweispurige Spiralkreisel " favorisiert, der, so Bartel weiter, " verkehrssicher für alle Beteiligten, kostengünstig, zukunftsfähig und sinnvoll ist ". Seine Mitarbeiter Knut Clemens und Andreas Suske erläuterten die Details.

" Wir haben fünf Varianten untersucht, wobei die Zufahrt zum Wohngebiet Burgbreite über Rimbecker Straße bei allen ausgeschlossen werden musste ", so Clemens. Untersucht wurden die vierarmige Kreuzung, die 15 Prozent teurer sei und wegen der Ampelanlagen erhebliche Folgekosten hätte. Ein Kreisel um den Ölberg hätte viel zu viel Fläche und Geld gekostet. " Und ein einspuriger KreisverkehrhättedasVerkehrsproblem nicht genügend verbessert. "

Andreas Suske ging auf die Verkehrsführung mit den Änderungen ein. Beispielsweise ist das Linksabbiegen auf der Halberstädter Straße nicht mehr möglich, weder zum Anger-Parkplatz und zur Tankstelle noch in die Wegestraße, die übrigens Einbahnstraße ( Richtung Kohlgartenstraße ) wird.

Gedreht wird die Fahrtrichtung Auf der Burgbreite, so dass diese Straße neu als Zufahrt zum Wohngebiet genutzt werden kann. " Letztendlich hat die Burgbreite dann vier Zufahrten ", so Suske und nannte die drei anderen : " Am Kastanienwäldchen, Kopernikusstraße und Rimbecker Straße von der Lindenalle aus. "

Falk Huber von der Dr. Brenner Ingenieurgesellschaft leitete die verkehrstechnische Untersuchung und zeigte anhand von Simulationen, welche Vorteile die auch aus seiner Sicht leistungsfähigste Variante hat : " Spirale mit Fußgängerampel auf der Breitscheidstraße sorgen dafür, dass sich zu den Hauptverkehrszeiten Staus in der Breiten Straße, Lindenallee und auf der alten B 6 viel schneller auflösen. "

Zuallerletzt Fakten von Frank Severin vom Polizeirevier Harz, die aus seiner Sicht " sehr für eine Kreisellösung sprechen " : Von 2005 bis 2009 haben sich zwischen Stadtecke und neuem Burgbreitekreisel 189 Unfälle ereignet, im Durchschnitt 18 pro Jahr. Am Dornbergsweg waren es vor dem Kreiselbau im Durchschnitt jährlich 23, danach nur zwei.

Abschließend informierte Jörg Völkel noch, dass mit dem " Spiralkreisel " erst nach Abschluss des Projekts Burgbreitekreisel / Kopernikusstraße begonnen wird. " Doch dann wird gebaut und weder auf Ferien noch Feste Rücksicht genommen. Die Stadtecke muss 2010 fix und fertig werden. "