Benzingerode. Mit drei Stunden Programm hatten die Organisatoren um Vereinspräsidentin Heike Fischer gerechnet. Da immer wieder Zugaben gefordert wurden, dauerte es am Sonnabend vier Stunden.

Im vollbesetzten " Lindenhof " lief der Benzingeröder Carneval Club ( BCC ) zur Höchstform auf. Es zeigte sich, dass es sich lohnt, so frühzeitig mit den Proben zu beginnen. Anfang September hätten die Fünkchen, die von Ulrike Dankemeyer und Erika König trainiert werden, mit der Erarbeitung ihrer Tänze begonnen. Die beiden Trainerinnen wirbeln auch selbst über das Parkett, beispielsweise als " Fußballer ".

60 Aktive zählt der Verein, dessen Mitglieder in irgendeiner Form zum Gelingen der Veranstaltungen beitragen. Auch Richard Tautz gehört dazu, mit seinen 76 Jahren nicht nur der Senior in der närrischen Truppe, sondern auch gefragter Ratgeber im Elferrat.

Nach Einmarsch und Begrüßung durch die Sitzungspräsidenten Heike Fischer, Heidi Bahr, Horst Beyer und Ulli Bahr sind es die Fünkchen Mia Becker, Josie Neuser, Isabeau Vogelmann, Maja König und das " Küken ", die erst vierjährige Leni Gassmann, die für den ersten Höhepunkt des Abends sorgen. Ihnen folgen die Hofsänger mit dem Mottolied, in dem es unter anderem heißt : " Hier im Harzerland sind wir längst schon bekannt, wo der Hellbach fließt, wo die Liebe sprießt, sind wir daheim, daheim, sind wir daheim. "

So verwundert es nicht, dass auch das diesjährige Programm mit viel Lokalkolorit gespickt ist. Besonders Ulli Bahr, der als Harzer Junge in die Bütt steigt, begeistert damit die Gäste. Er nimmt den Straßenbau in der Ortsmitte auf die Schippe und vergleicht die Kosten dafür mit dem Energieverbrauch für die demontierte Ampel. Natürlich fehlt der Austbergturm nicht. Um dessen Schließung während des Winters künftig zu vermeiden, empfiehlt er ein Solardach zum Beheizen der Stufen, um Eisglätte zu vermeiden. Zum Dorfkalender bemerkt er kritisch die vielen Dächer. Auch zur Kindertagesstätte und zum immer wieder verschobenen Ausbau des Wiesenweges sagt er einiges. Er befürchtet, dass künftig viel städtisches Geld statt nach Benzingerode in Schierke verbaut wird.

Die Büttenreden sind das Salz in der Suppe eines jeden Programms. Gut " gewürzt " ist auch der Beitrag von Landstreicher Heinz Günter Böttcher, der sich unter anderem mit den Gewinnen der Pharmaindustrie wegen der Hysterie um die Schweinegrippe sowie der Abwrackprämie befasst und daran erinnert, dass die Parteien vor der Bundestagswahl den Opelanern Hilfe versprachen und nun kaum noch ein Politiker über dieses Unternehmen spricht.

Die Lacher hat auch Horst Beyer auf seiner Seite, der als Kassenpatient sein Leid klagt. Er muss nicht nur länger als ein Privatpatient beim Arzt warten, sondern erzählt von einem Chirurgen, der bei ihm das erste Mal operiert. Beatrice und Kathleen König kommen als " Käthe und Mine " in die Bütt und sorgen mit ihren Wortspielen für viel Schmunzeln. Als altes Ehepaar erreichen Heidi und Ulli Bahr sowie als " Alte Frau " Heinz-Günter Böttcher die Herzen des Publikums.

Die " mittleren " Funken, die Funkengarde, die Frauengruppe sowie die " Alten Schachteln " begeistern ebenfalls die Gäste, natürlich auch das Männerballett. Es gehört inzwischen zu den Höhepunkten im jährlichen närrischen Programm. Der Verein sagt während des Abends Dankeschön, so den aktiven Mitgliedern sowie allen Sponsoren, 26 werden namentlich im Programmheft gewürdigt. Diese Unterstützung ist Ausdruck dafür, wie verwurzelt das närrische Treiben im Ort ist. Das zeigt sich auch in der Anwesenheit von Abordnungen anderer Vereine und Feuerwehr. Doch das ist in Benzingerode schon Selbstverständlichkeit.

Während der Session gibt es zwei weitere Abendveranstaltungen, den Kinderkarneval und Senioren-Nachmittag.