Manfred Franze ist passionierter Holzschnitzer. Nahezu jeden Tag arbeitet er zwei bis drei Stunden in seiner kleinen Werkstatt an Skulpturen und Reliefs. Eine große Auswahl seiner Werke ist ab kommender Woche im Museum Kleines Schloss zu sehen.

Blankenburg. " Eigentlich liegt es in unserer Familie ", sagt Manfred Franze und meint damit die Liebe zum Holz und die Passion, einem unförmigen Stück Gestalt zu geben, es künstlerisch zu formen. Onkel, Großvater und Urgroßvater waren Tischler oder Drechsler. Nur er springt nach der Schule aus der Reihe. Franze lernt das Metzgerhandwerk. Doch der Werkstoff Holz begeistert ihn so sehr, dass er in seiner Freizeit drechselt – und Räuchermännchen herstellt. Erst 2002 beginnt er mit dem Schnitzen. Da ist Manfred Franze bereits 60. " Aber da komme ich nicht mehr von ab. "

Das Wissen und die Fertigkeiten bringt er sich selbst bei. " Mir hat keiner was gezeigt ", sagt er voller Stolz. Seine Werke, ob groß oder klein – das Teufelsmauerrelief ist immerhin 3, 48 Meter lang – zieren nicht nur seine Wohnung und füllen die kleine Werkstatt : Die Eulen am Bahnhof, das Löwenrelief im Rathaus, der Wanderbursche im Herbergsmuseum und die große Säule im " Gut Voigtländer " gehören inzwischen zum Stadtbild.

" Ich versuche auch immer, die natürlichen Gegebenheiten mit zu verarbeiten ", sagt Manfred Franze. So werden Äste oder andere Unregelmäßigkeiten im Holz nicht einfach weggeschnitten oder geglättet. Sie sind fester Bestandteil seiner Werke. Dabei verarbeitet er nahezu jedes Holz : von Ahorn und Birke, über Olivenholz bis hin zu Zirbelkiefer, egal ob Bohle oder Wurzel.

Dutzende seiner filigranen Arbeiten sind ab Freitag, 22. Januar, in einer Sonderausstellung im Museum Kleines Schloss zu sehen. Zur Vernissage ab 18 Uhr wird Oswald Wengerodt mit dem Künstler ins Gespräch kommen. Die Schau läuft bis Ende Februar.