Allrode ( bfa ). Das Ergebnis der Bürgeranhörung vom Sonntag ( wir berichteten ) löst eine neue Debatte um Allrodes künftige Zuordnung aus.

" Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Gesetzesentwurf, der die Zuordnung Allrodes zum Oberharz vorsieht, wegen sieben Stimmen gekippt wird, das sind einfach zu wenig ", sagt Vize-Verwaltungschef Roland Krebs in Hasselfelde. Der am Sonntag knapp deutlich gewordene Wille nach Thale müsse im Gesamtpaket gesehen werden. Und da sehe es eher nach Oberharz aus.

" Wir haben eine Mehrheit für Thale "

" Wir haben eine Mehrheit für Thale ", resümiert dagegen Thales Bürgermeister Thomas Balcerowski das Ergebnis vom Sonntag. Er fordert : " Herr Heydecke sollte sich nicht länger gegen die Bürger stellen und jetzt den vorliegenden Vertrag unterzeichnen, um die freiwillige Phase doch noch für Allrode zu nutzen. "

Dafür sieht Allrodes Bürgermeister Joachim Heydecke jedoch keinen Grund, im Gegenteil : " Der Vertrag ist einseitig, ungültig, mein Widerspruch steht ", sagte er der Harzer Volksstimme und wertet das Anhörungsergebnis als Stärkung aller Oberharz-Befürworter. Heydecke : " Wenn man bedenkt, wieviele Veranstaltungen, Freibier und Kuchen, Flyer und so manche Unwahrheiten von einigen Thale-Freunden es gab, während wir nur in einer Information unsere Position sachlich darlegten, dann ist das ein sehr gutes Ergebnis für uns. " Gegen die Sieben-Stimmen-Mehrheit vom Sonntag stünden die weit eindeutigeren Ergebnisse vom 1. Februar ( siehe Kasten ).

" Wir sind ja nicht mehr in der freiwilligen Phase, es war keine normale Anhörung, sondern eine ergänzende in der Zwangsphase ", gibt der designierte Oberharz-Stadtchef Andreas Flügel zu bedenken : " Und da sind diese sieben Stimmen insgesamt doch keine Richtungsänderung, ich sehe Allrode weiter im Oberharz. "

" Sieben Stimmen keine Richtungsänderung "

Die Bürgeranhörung in Allrode sei tatsächlich nicht bindend wie etwa eine Wahl, sie fließe in den Meinungsbildungsprozess ein, sagte ein Sprecher des Innenministeriums gestern auf Nachfrage zu dem Vorgang. Die Ergebnisse würden " insgesamt " von Kreisverwaltung und Landesregierung bewertet, um sie dann dem Landtag zur Entscheidung vorzulegen. Und die solle möglichst noch vor der Sommerpause 2010 fallen. Übrigens

• Allrodes Amtliches Ergebnis vom Sonntag in Stimmen ( 3 ungültig ) : für Oberharz : 211, dagegen : 218 ( 7 + ).

• Anhörung 1. Februar : für Oberharz : 220, ( 68 + ), dagegen : 152, für Thale 159, dagegen 218 ( 59 + ).