Monatelang haben die Akteure vieler Vereine und Einrichtungen aus Wernigerode und Umgebung für die Aufführung des Musicals " Wundersame Weihnachtszeit " geübt. Am Wochenende war es endlich soweit : Die 245 Mitwirkenden präsentierten ihr Stück an zwei Tagen viermal im Kultur- und Kongresszentrum vor insgesamt 1800 begeisterten Zuschauern.

Wernigerode. Mit eiserner Miene und Donnergrollen trat der Kalte König auf die Bühne. Eine Stimme aus dem Off kündigte ihn an : " Sein Herz ist so kalt wie Eis. " Dramatische Musik setzte ein, eine kunstvolle Lichtshow an der Decke, aus sich ständig bewegenden grünen und roten Lichtpunkten ließ die Zuschauer beeindruckt nach oben schauen. Jonas Pinta spielte seine Rolle sogar so gut, dass einige der jüngeren Akteure hinter der Bühne Angst vor ihm bekamen. Für seinen Auftritt zur Premiere des Musicals " Wundersame Weihnachtszeit " am Freitag im Kultur- und Kongresszentrum in Wernigerode erhielten er und seine Schauspielkollegen schulfrei. " Dafür muss ich Sonnabend früh eine zweistündige Mathe-Klausur nachschreiben ", sagte der 13-Jährige.

" Dafür muss ich eine

Mathe-Klausur

nachschreiben "

Julia Grohmann, die die Luise in drei von den vier Aufführungen am Freitag und am Sonnabend überzeugend verkörperte, gab zu, vor der ersten offiziellen Darbietung sehr aufgeregt gewesen zu sein. Und das aus gutem Grund : " Bei der Generalprobe ging so ziemlich alles schief, was schief gehen kann. Aber die Premiere war dafür umso besser ", zeigte sich die junge Wernigeröderin letztendlich erleichtert.

Gemeinsam mit Rudi dem Weihnachtswichtel, gespielt von Lukas Lahse, ging Luise auf die Reise zum Kalten König, um die gestohlenen Wünsche zu rückzuholen, und so den Menschen ih ren Glauben an das Weih nachtsfest wiederzugeben.

Zu Beginn der " Wundersamen Weihnachtszeit " saß der Weihnachtsmann, erstbesetzt mit Maximilian Heinitz und zweitbesetzt mit Christian Förster, auf der Bühne gemeinsam mit den noch ganz jungen Weihnachtswichteln. Von ihnen sorgte Tim Grohmann ungewollt für eine komödiantische Einlage : Vor lauter Lampenfieber vergaß er seinen Text und dieser wollte ihm partout nicht wieder einfallen. Die verzweifelten Versuche der Chormitglieder hinter ihm, seiner Wichtelkollegen und auch von Akteuren hinter den Kulissen, ihm zu soufflieren, ließen das Publikum schmunzeln - ein Patzer, der dem kleinen Tim nur allzu gern und auf der Stelle verziehen wurde. " In den folgenden drei Vorstellungen klappte das dann aber sehr gut ", sagte Thomas Schicker, Initiator der Veranstaltung.

Die Lieder der musikalischen Vorführung wie der " Wuenschelelfentanz " und der " Weihnachtswichtelwerkstattsong " bewegten das Publikum zum Mitklatschen und verbreiteten so eine super Stimmung im Saal. Eine Gänsehaut hingegen bescherte den Zuschauern Cornelia Riebe mit dem " Schlaflied ", das Luise ins Land der Träume schickte.

" Mit dem Schluss

setzte zeitgleich der

erste Schnee ein "

Nachdem Luise und Rudi dem Kalten König am Freitagmorgen das erste Mal das Handwerk gelegt hatten, wurden die Akteure mit tosendem Applaus und Zugabe-Rufen für ihre Leistung belohnt. Auch Schicker selbst zeigte sich gegenüber der Volksstimme nach der Premiere überaus zufrieden. Insgesamt resümierte er : " Die letzte Aufführung am Sonnabend fand ein sehr stimmungsvolles emotionales Ende, denn mit dem Schluss setzte zeitgleich der erste Schnee ein. " Auch sonst habe alles super gaklappt, ärgerliche Zwischenfälle habe es keine gegeben, so Thomas Schicker. 245 Kinder und Erwachsene wirkten bei den Aufführungen mit und insgesamt 1800 Menschen sahen sich das Musical im KiK an.

Die " Wundersame Weihnachtszeit " stammt aus der Feder von Wolfgang Goldstein, Axel Schulze und Patrick Schulze. Dieses Stück sowie " 3 Wünsche frei " und " Felicitas Kunterbunt ", ebenfalls geschrieben von dem Autorentrio, werden von immer mehr Schulen und Schauspielgruppen im In- und Ausland von Kindern für Kinder aufgeführt.