Kleines Jubiläum für Klaus Breuing. Der leidenschaftliche Puppenspieler, der jetzt bei Boizenburg lebt, erfreut seit inzwischen zehn Jahren jeweils in der Adventszeit Mädchen und Jungen seiner Geburtsstadt Wernigerode. Jetzt leuchteten wieder Kinderaugen, als er mit dem Stück " Der gestohlene Schatz " im Kulturund Kongresshotel gastierte.

Wernigerode. Gespannt zuschauende, dann wieder im Raum ausgelassen tanzende und begeistert Beifall klatschende Kinder waren schöner Lohn für Klaus Breuing.

Der begeisterte Puppenspieler fesselte mit der Aufführung des Stückes " Der gestohlene Schatz " im Kultur- und Kongresshotel die Jüngsten. Der gebürtige Wernigeröder, der als Puppenspieler auch sein eigener Stückeschreiber, Theaterdirektor, Werber in eigener Sache und vielfach Freude spendender Mensch ist, spielte sich jetzt erneut ganz schnell in die Herzen der Kinder. Einige von ihnen plauderten nach der knapp einstündigen Vorstellung noch mit dem 58-jährigen Künstler. Einige Mädchen und Jungen dankten ihm mit einem Händedruck zum Abschied ganz persönlich.

" Weihnachten beginnt für mich schon Anfang November ", sagte der Puppenspieler. Dann sei er vor allem zwischen Mecklenburg-Vorpommern

und Sachsen-Anhalt sehr häufig unterwegs. Nur in Berlin trete er selten auf. Dort gebe es wohl zu viele Kleinkunstdarsteller. In den westlichen Bundesländern, mit Ausnahme des Westharzes, sei er ebenfalls weitgehend unbekannt und werde deshalb nur selten engagiert. So reise er mit seinem Puppenthater " Lampion " hier des Öfteren zu Kinderfesten, in Ferienlager, Kindergärten und Schulen. Aber auch bei Familienfeiern, Feuerwehrbällen, Erntefesten, Verlobungen und Hochzeitsfeiern trete er auf. Sogar nach Scheidungen habe er schon für Freude gesorgt.

Dabei war Klaus Breuing nicht in die Wiege gelegt worden, dass er einmal als Chef eines eigenen Puppentheaters durch das Land zieht. In der hiesigen Diesterweg-Schule hatte der 1951 Geborene gebüffelt und anschließend bei der früheren Firma Lauenstein Maschinenbauer gelernt. Dann zog es ihn zunächst nach Berlin. Dort verdiente er sich seinen Lebensunterhalt als Buchverkäufer. Breuing begann Studien der Musik und Schauspielkunst. Schließlich absolvierte er die Fachschule für Tanzmusik und erhielt den heiß ersehnten Berufsausweis.

Klaus Breuing verdiente sich Geld als Liedermacher, er schrieb Gedichte, saß stundenlang als Aktmodell vor Kunstschülern. Der Mann verkaufte Bockwürste und wurde schließlich Wirt des Cafés " Lampion ". Seitdem fertigt er die Puppen für sein eigenes Theater selbst. Später entstand daraus eine Wanderbühne. " Seit 35 Jahren spiele ich Puppentheater ", berichtete der Meister, der seit 1999 mindestens einmal im Jahr Wernigerode gern besuche. Zumal seine Mutter, die jetzt 84-jährige Käte Breuing, immer noch in der bunten Stadt am Harz lebe. Sein eigenes Zuhause hat Klaus Breuing in einem alten Bauernhaus bei Boizenburg gefunden. Dessen liebevolle Sanierung verschlinge einen beachtlichen Teil seiner Einnahmen.

Es ist zunächst die Freude am Puppenspiel, die den Künstler zu der Aussage veranlasst : " Ich bleibe Puppenspieler, bis ich umfalle ". Dann allerdings fügt er nachdenklich hinzu : " Erspartes habe ich nicht. " Und erzählt, dass er nach seiner jüngsten Übersicht des Rentenkontos nur mit 250 Euro monatlichem Altersgeld rechnen dürfe. Hinzu käme ein kleiner Obolus der Künstlersozialkasse. Für das erste Quartal 2010 befürchtet Klaus Breuing sogar, dass er um staatliche Unterstützung nachsuchen müsse. Denn Auftrittsangebote gebe es für ihn in dieser Zeit so gut wie keine.

Von seinen persönlichen Problemen spürten die Kinder im Kultur- und Kongresshotel nichts. Klaus Breuing lachte mit den Kindern. Die Mädchen und Jungen schmunzelten noch, als sie den Saal verließen. Das junge Publikum war sich wohl einig : Der Puppenspieler hatte ihnen eine schöne knappe Stunde in der Adventszeit beschert.