Mit einem Hilferuf wandte sich das Team im Jagdschloss Windenhütte an Kommunen, Streudienste und die Presse : Wer ist denn für den Winterdienst auf der langen Zufahrt durch den Wald zuständig ? Eine Lösung ist in Sicht, der Straßenstatus merkwürdig.

Altenbrak. " Gleich, wenn ich morgens hier bin, und auch beim Nachhausefahren, wenn ich aus dem Wald heraus bin, rufe ich zuhause an : Geschafft !", berichtet Karola David aus Hüttenrode.

Die Restaurantleiterin im Jagdschloss Windenhütte managt seit Kurzem gemeinsam mit Stephan Wesemann aus Stiege und Julia Basler aus Wienrode das Gasthaus mitten im Wald. " Ich freue mich, hier arbeiten zu dürfen, aber die Anfahrt ist manchmal ein Problem ", sagt Karola David und kann wieder durchatmen. Das war Weihnachten anders.

Denn Eis und Schnee hatten die etwa vier Kilometer lange Waldstraße in eine Rutschbahn verwandelt. Ausgerechnet am 1. Weihnachtstag, zu dem sich etwa 40 Gäste fürs Festmenü angesagt hatten. Nur drei kamen durch, und auch nur zu Fuß. Alle anderen blieben erst stecken. Und spätestens, als ein Wagen völlig quer gerutscht war, kehrte auch der Letzte verzagt um. Versuche, über Hasselfelde oder Altenbrak eine schnelle Lösung für den Streudienst auf der Zufahrt anzubahnen, schlugen fehl.

Hasselfelde habe die Straße nicht im Bestand und sei seit dem Wechsel der Windenhütte mit Altenbrak nach Thale ohnehin nicht zuständig, so Ordnungsamtsleiter Roland Krebs von " Brocken-Hochharz " auf Nachfrage. Altenbraks Bürgermeister Ralf Trute verwies auf einen privaten Status von Gasthaus und Straße.

" Betreiber müssen sich selbst kümmern "

" Das ist genauso wie etwa in Almsfeld oder Todtenrode, die Betreiber müssen sich selbst um einen Winterdienst kümmern ", so Trute. Der Bauhof habe die Gemeinden und Ortsteile zu räumen, und damit genug zu tun, nicht aber vor privaten Ausflugslokalen. Das sieht Karola David inzwischen auch so. Zumal ihr Vorgänger, Michael Schmalbauch, diesen Winterdienst abgesichert hatte. Mit Gastwirtin Ute Lange in Todtenrode habe sie sich beraten, eine Lösung sei in Sicht, so Karola David gestern. Jetzt sichere erst einmal ein Service aus Cattenstedt die Straße, auf der gestern winterlicher Wanderbetrieb herrschte.

Zugleich will die Windenhüttenwirtin prüfen, wer nun wirklich in der Streupflicht ist. Laut Eigentümer Johannes Münnich sei die Zufahrt eine öffentliche Straße, so David gestern. Das wird in Altenbrak und Hasselfelde nicht so gesehen. In der Kreisverwaltung hieß es, die Zufahrt sei eine " Sonstige öffentliche Straße ". Wer aber genau räumen muss, wäre damit auch nicht klar.