Pro und Kontra Stromschluss für das Loipenhaus. Die Eilentscheidung, für 30 000 Euro ein Stromkabel zum Schierker Loipenhaus zu verlegen ( Volksstimme berichtete ) ist im Hauptausschuss des Wernigeröder Stadtrats angeregt diskutiert worden.

Wernigerode / Schierke. Oberbürgermeister Peter Gaffert begründete seinen Schritt, die Investition von 30 000 Euro für Schierkes Loipenhaus aus der Rücklage zur Verfügung zu stellen. Laut Rathauschef gehe es bei der Nachrüstung des Stromanschlusses vor allem darum, die bisherige " unwürdige Situation " zu beenden.

Erst nachdem die Liegenschaftsliste für den neuen Ortsteil vorgelegen habe, sei wirklich klar gewesen, dass die Einrichtung jetzt der Stadt gehöre. Für die vor 14 Tagen veranlasste Investition nannte Peter Gaffert wirtschaftliche, logistische und ökologische Gründe. So sei ein Dieselaggregat für ein Haus im Nationalpark Harz nicht zu akzeptieren. Zudem müsse der Kraftstoff auf 900 Meter Höhe transportiert werden. Dies sei bei Schnee unmöglich. Ebenso habe die Modernisierung Bedeutung für das eigene Image des auf der ehemals innerdeutschen Grenze gelegenen Hauses. Gaffert : " Wir wurden im letzten Winter teilweise belächelt. "

" Das ist alles sicherlich richtig und absolut korrekt ", entgegnete Dr. Oliver Franke. Aber, so der CDU-Fraktionsvorsitzende : " Wir sehen nicht die Notwendigkeit dieser Eilentscheidung. Das ist alles lange bekannt. " Deshalb hätte die Ausgabe auch im Nachtrag zum Haushalt stehen können. Im Übrigen handele es sich nicht um eine Gefahrenabwehr, die solch eine Reaktion rechtfertige. Franke : " Wir bitten, die Gremien künftig mit einzubeziehen. "

Auch Helmut Porsche verhehlte nicht seinen Unmut. Der Fraktionschef von Haus & Grund / FDP hatte sich extra selbst vor Ort umgesehen. Sein Fazit : " Das würde sicherlich noch eine Saison so gehen. " Dann hätte das Vorhaben in das Gesamtkonzept zur Entwicklung Schierkes integriert werden können. Porsche : " Das Problem der Entwässerung steht ja ebenfalls noch an. Die Sch ... muss man auch runterfahren. "

Siegfried Siegel ( SPD / Grüne ) verteidigte hingegen das Vorgehen. Der Sozialdemokrat : " Ich halte das für vernünftig und hätte mich geärgert, wenn nicht. " Schließlich gehe es um die Nutzbarkeit dieses Hauses. " Jetzt werden die Präsente auf den Tisch gelegt ", kommentierte Klaus-Jürgen Winkelmann ( CDU ) die Debatte lakonisch. Und : " Da gehen zwei, drei Jahre ins Land, wo sie das nicht geschafft haben. Jetzt sind es zwei, drei Monate und es wird gemacht. " Angesichts dessen frage er sich schon, was wohl als nächstes anstehe.

Eine Antwort darauf dürfte kaum lange auf sich warten lassen. Übrigens