Wernigerode ( asc ). Seit genau einem Jahr gibt es die " Stiftung Karl Oppermann " an der Hochschule Harz. Sie ist bis zum heutigen Zeitpunkt die einzige Kunststiftung an einer Fachhochschule im Lande, und sie wurde jüngst erweitert.

Das von Prof. Karl Oppermann geschaffene Triptychon " Afrikanische Tragödie ", bereits in Brüssel und auf der " Nord Art " zu sehen, schmückt ab sofort neben den fünf anderen gestifteten Kunstwerken die Bibliothek in der " Papierfabrik ".

Rektor Prof. Dr. Armin Willingmann verband mit der Schenkung die Hoffnung, dass die Kunst die Studenten inspirieren und zum Nachdenken anregen soll ; vor allem mit Blick auf soziale Aspekte, die in den Werken Oppermanns eine besondere Rolle spielen.

In seiner Festrede interpretierte Christian Juranek, Geschäftsführer des Wernigeröder Schlosses, die Teile der " Afrikanischen Tragödie " – der " Teneriffa Transfer " wird von den Leinwänden " Die roten Kreuze " und " Wer schafft es ?" umrahmt und schildert die Leiden afrikanischer Flüchtlinge an Land, sowie als Gefangene stürmischer Wellen. Juranek konstruierte Szenen griechischer Mythen zur dargestellten Thematik und zog einen Vergleich mit Jason und seinen Argonauten auf der Suche nach dem Goldenen Vlies, sinnbildlich für die Suche nach einem neuen Lebensziel.

Den lockeren Teil des Festaktes eröffnete Oppermanns Lesung aus dem unveröffentlichten dritten Teil seiner " Erinnerungen ". Die Erzählungen reichten von seinen Kindertagen über das bewegte Studentenleben bis in die Gegenwart.

Doch das Leben hat nicht nur seine Annehmlichkeiten. In den Nachrichten erfuhr er von den Flüchtlingsdramen und dem menschlichen Elend. Seine tiefe Betroffenheit über die zögerliche Politik visualisierte der Künstler in seinen Bildern, denn er sieht sich " in der Pflicht, Missstände zu benennen, Kritik laut zu äußern, auch wenn das nicht immer opportun ist ".