Elbingerode ( gbr / bfa ). Mit Unzufriedenheit und dem Auszug etlicher, offenbar beleidigter Zuhörer endete eine der zwei Gesprächsrunden im Vorfeld des historischen Datums vom heutigen 9. November.

Viele Interessierte waren am Donnerstag in die Evangelisch-Kirchliche Gemeinschaft zum Podiumsgespräch mit Professor Ehrhardt Neubert aus Erfurt gekommen. Er gehörte u. a. zu den Gründern von " Demokratischer Aufbruch ", war im Stolpe-Untersuchungsausschuss, ist CDU-Politiker. Mehr als einmal sorgten seine Einschätzungen jedoch für Gemurmel im Saal. So, als Neubert im Interview mit dem Mutterhaus-Theologen Holm Haschker als Moderator Sätze sagte wie : " Das Beste an der DDR waren ihre Gegner " oder : Alle Jugendlichen in der DDR hätten nur schnell 65 werden wollen, um dann in den Westen fahren zu können. Das stieß sichtlich auf Unverständnis und Ablehnung. Einige Zuhörer verließen den Saal. " Zu lang, zu hochtrabend, zu widersprüchlich ", meinten Zuhörer kopfschüttelnd hinterher.

Anders der Freitagabend in der St. Jakobikirche. Von Pfarrer Ernst-Ulrich Wachter moderiert, berichteten dort Elbingeröder von ihren persönlichen Erlebnissen zur Grenzöffnung vor 20 Jahren.

Ein kurzer Film über den Werdegang der ostdeutschen Geschichte vom 2. Weltkrieg an über den Mauerbau bis zum Mauerfall hatte die Besucher auf das Thema eingestimmt. Danach ließ Dr. Hans-Henning Lippe, einer der Hauptakteure der Wendezeit in der Stadt, die Chronologie der Elbingeröder Friedensgebete Revue passieren. Viele Erinnerungen wurden dabei geweckt und ausgetauscht. Dazu trug auch eine kleine Fotoausstellung von der ersten Elbingeröder Wendezeit-Demonstration bei. Wer sie verpasst hat - die Ausstellung soll zum Weihnachtsmarkt erneut gezeigt werden.