Wernigerode. 1100 Grad Celsius - das ist die Temperatur, bei der Eisen flüssig wird. Um diese Temperatur zu erreichen, benötigt man Holzkohle. Denn nur mit Holz allein kann man höchstens Temperaturen von 400 Grad erzielen. " Immerhin ein Drittel aller Schierker zum Beispiel waren 1850 in der Köhlerwirtschaft beschäftigt ", sagte Gerhard Rösicke, Leiter der Arbeitsgruppe Industriekultur des Wernigeröder Geschichts- und Heimatvereins. Diesem und anderen Fakten auf dem Weg vom Erz zum Metall ist jetzt ein Informationspunkt im Wernigeröder Bürgerpark gewidmet. Rösicke : " Seit 3 000 Jahren produziert der Mensch Eisen und verwendet es für die Herstellung so ziemlich aller Dinge des Alltags. " Und : " Wir möchten mit dem Infopunkt auch an die Leistungen der Bergleute erinnern. " Viele von ihnen verloren in den Gruben ihr Leben oder verstarben an den Folgen dieser harten und schmutzigen Arbeit unter Tage.

Zu sehen sind fortan neben einem sogenannten Stellofen auch die typischen Gerätschaften der Grubenarbeiter. Unter anderem gibt es dort einen " Hunt " zu entdecken. So bezeichnet man die Transportwagen, die früher in den Schächten verwendet wurden. " Sie waren mit bis zu 500 Kilogramm, also dem halben Gewicht eines Kleinwagens, beladen. Ein Bergarbeiter zog oder schob dieses Gewicht meist allein ", so der Wernigeröder.

Dargestellt ist auch eine Kurbel, die in manchem Fall die Arbeit der Männer wenigstens etwas erleichterte sowie der Nachbau eines Stollens. Erläutert werden die Gerätschaft und die Geschichte des Bergbaus im Harz mit Hilfe von Informationstafeln. Sie zeigen auch die Lage der früheren Abbaureviere und die Bedeutung dieser Industrie für die Region Harz.

Errichtet wurde der Pfad durch Ein-Euro-Jobber der Arbeitsförderungsgesellschaft Harz aus Elbingerode. Finanzielle Unterstützung gewährte die Kommunale Beschäftigungsagentur ( KoBa ).