Wernigerode. Die Rassenpolitik des Nationalsozialismus bestand aus der Vernichtung sogenannten " unwerten Lebens ". Dies geschah mit Hilfe von Gaskammern, Massenerschießungen und dergleichen.

Eine gestern in der Harzsparkasse eröffnete Ausstellung zeigt, dass es aber auch eine andere perfide Strategie des Reichsführers der SS, Heinrich Himmler, für das deutsche Volk gab. Auf insgesamt 13 Schautafeln der Ausstellung " Lebensborn " des Kreisjugendringes Ebersberg wird die Ideologie und die Finanzierung des Vereins erklärt. Zielsetzung sollte sein, pro Jahr 100 000 " arische " Nachkommen für das Reich zu züchten. Werdende Mütter wurden in den Lebensborn-Heimen betreut. Der Verein " Lebensspuren " holte die Dokumentation nach Wernigerode. Matthias Meißner als Geschäftsführender Vorsitzender : " Die Ausstellung zeigt, wie die NS-Bevölkerungspolitik die Steigerung der Bevölkerungszahlen erreichen wollte, natürlich unter Berücksichtigung rassischer Normen. Das ist sozusagen die andere Seite des Holocaust ". So enthüllen die Tafeln auch den Gedanken hinter dem Verein, der laut Meißner nach dem Krieg als " einzige NS-Organisation verharmlost wurde ". " Der ‘ Lebensborn ‘ war keine karitative Einrichtung, wie auch die Amerikaner nach dem Krieg dachten, sie war ein rassenpolitisches Instrument ", betonte der Vorsitzende.

In der Ausstellung kann man noch bis Freitag, 20. November, einen Eindruck von der Entwicklung, dem Alltag und dem Ende des SS-Vereins gewinnen.