30 Mitglieder der Initiative zur Erhaltung alter Geflügelrassen haben sich in Deersheim getroffen. Das ist ein überregional agierender Verein, der vor allem Hühnerrassen, die vom Aussterben bedroht sind, bewahren möchte.

Deersheim. Wenn eine Hühnerrasse erst mal ausgestorben ist, so ist das endgültig. Von jenen Hochleistungshühnern zum Beispiel, die zu DDRZeiten in Deersheim gezüchtet wurden, gibt es keine Exemplare und damit keine Gene mehr. Was Fachleute sehr bedauern. Auch wenn mit Ute Knust, die Chefin des Deersheimer Bio-Geflügelhofes, sowie schon zu DDR-Zeiten in Deersheim tätige Fachleute im neuen Verein mitarbeiten, geht es bei ihrem Engagement nicht um kommerzielle Rassen, sondern um das gute alte Huhn auf dem heimischen Hof.

So haben sich viele Hobby-Geflügelzüchter, die in ihren Heimatorten in Rassegeflügelvereinen organisiert sind, der Initiative angeschlossen. Dazu gehört der Erhaltungsring Vorwerkhuhn, der 1998 im schleswig-holsteinischen Warder mit 15 Züchtern gegründet wurde. Damals standen die Vorwerkhühner ganz oben auf der Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen in Deutschland. Der Bestand dieser Hühnerrasse hat seitdem wieder zugenommen. Ähnliche Erfolge erhofft die Initiative beim Sachsenhuhn, das ebenfalls vom Aussterben bedroht ist.

Die Wahl fiel auf diese Rasse, weil im Namen ein Bezug zu Sachsen-Anhalt besteht, die Tiere also früher in der Region verbreitet waren. Ein erster Schritt bei der Rettung der Sachsenhühner wurde im Frühjahr in Langenstein unternommen. Wilfried und Dirk Schröder haben die ersten Sachsenhühner schwarz ausbrüten können. Noch wagen die Hobbyzüchter, die im Langensteiner Geflügelverein aktiv sind, kein Urteil über das Ergebnis, dazu sind die Tiere zu jung. Aber sie wollen weitermachen und können sich dafür jeglicher Unterstützung der Initiative sicher sein. Diese hat mit Steffen Weigend einen Genetiker, mit Karin Böhland eine Tierärztin sowie weitere Geflügelexperten in ihren Reihen. Auch " Schreibkram " wie die Zuchtbuchführung bietet der Verein an.

Weniger Mitglieder in

Geflügelvereinen

" Wir brauchen noch mehr Züchter ", erklärte Vereinsvorsitzende Ute Knust. Auf der anderen Seite weiß sie, dass die Zahl der Mitglieder in den Geflügelvereinen immer geringer wird – und mit ihnen immer mehr alte Hühnerrassen auszusterben drohen. Mitunter kann das auch an den Legeleistungen liegen. Vorwerkhühner oder Sachsenhühner geben relativ wenige Eier und " rechnen " sich aus wirtschaftlicher Sicht kaum. Doch die Experten bieten Züchtern auch Unterstützung an, um aus der reinen Gen-Reserve Kreuzungen zu züchten, die eben mehr Eier legen. Die Initiative stellt sich auf eine langjährige Arbeit ein. Ute Knust : " Die Erhaltung alter Geflügelrassen ist eine langwierige Angelegenheit. "