Halberstadt konnte den dritten Preis beim Landeswettbewerb " Auf dem Weg zur barrierefreien Kommune " gewinnen. Stadtplaner Hans-Dieter Nadler erklärt im Gespräch mit Volksstimme-Volontär Peter Althaus, warum Wernigerode nicht teilgenommen hat und informiert über eine Idee für die Zukunft.

Volksstimme : Herr Nadler, Halberstadt hat für seinen dritten Preis 200 000 Euro gewonnen. Warum hat sich Wernigerode nicht am Wettbewerb " Auf dem Weg zur barrierefreien Kommune " beteiligt ?

Hans-Dieter Nadler : Wir haben im Jahr 2005 den zweiten Preis mit 300 000 Euro gewonnen. Das Geld dafür haben wir in den Jahren 2006 bis 2008 im Haushalt eingeplant. Das letzte Projekt, das Anbringen von speziellen Steinen für die Wegfindung von Blinden in der Albert-Bartels-Straße, wurde gerade fertiggestellt. Wir wollten auch mal andere Städte zum Zuge kommen lassen und freuen uns für Halberstadt.

Volksstimme : Sie konnten das Geld also nicht gebrauchen ?

Nadler : Sicherlich schon, aber bei diesem Wettbewerb gibt es eine sogenannte Drittelfinanzierung. Dies bedeutet, die betreffende Kommune muss zum Preisgeld die Hälfte zuschießen. Beim letzten Mal haben wir also 150 000 Euro " zugelegt ", so dass am Ende in Wernigerode für 450 000 Euro gebaut werden konnte.

Volksstimme : Halberstadts Oberbürgermeister Andreas Henke hat angekündigt, auch seine Ortsteile bei der Vergabe des Preisgeldes zu berücksichtigen. Wissen Sie denn, wie es um die Barrierefreiheit in den Wernigeröder Ortsteilen steht ?

Nadler : Bisher haben wir keine tiefergehenden Erkenntnisse hierüber. Wir sind aber bemüht, diese zusammenzustellen.

Volksstimme : Herr Nadler, plant Wernigerode, sich beim nächsten " Barrierefrei " -Wettbewerb wieder zu beteiligen ?

Nadler : Unter Einbindung unserer Ortsteile wäre das sicherlich eine interessante Möglichkeit. Wir werden es zumindest in Erwägung ziehen.