Wernigerode. Damit hatte der Jazzclub nicht gerechnet. In wenigen Minuten waren die letzten an der Abendkasse verfügbaren Karten verkauft, und vor der Tür der Remise warteten immer noch Besucher. Eilig bemühte sich das Team des Kunstvereins und schaffte zusätzliche Stühle heran. Da hatten die Zuhörer sofort das Gefühl, hautnah dabei zu sein. Und sie wurden nicht enttäuscht.

Die beiden Duos, aus Hamburg die Sängerin Therese Götz und der Gitarrist Michael Huhn, und aus Berlin die Sängerin Anja Sonntag und der Gitarrist Uli Hoffmeier des Max Raabe Palastorchester, erfüllten die hohen Erwartungen, die das Publikum in sie gesetzt hatte.

So hatte jedes Duo seinen eigenen Programmteil, und hier waren dann auch die unterschiedlichen Akzente auszumachen. So die sehr eigenen Interpretationen von Anja Sonntag von Beatles- und ABBA-Klassikern im Jazzgewand und auf der anderen Seite Therese Götz mit ihrer warmen Altstimme mit bekannten Jazzklassikern.

Bislang in Wernigerode noch nicht zu hören waren auf jeden Fall die 7-saitigen Jazzgitarren, die durch ihre zusätzliche Basssaite ein ganz besonderes Klangspektrum haben.

Im Quartett vereint liefen die Interpreten zur Höchstform auf. Besonders gefiel Uli Hoffmeier auf der Gitarre, der sein Instrument virtuos beherrschte. Nach drei Zugaben wurden die Musiker vom Publikum dankbar entlassen. Musiker und Besucher des Konzerts waren gleichermaßen von diesem Abend begeistert.

Zu seinem letzten Konzert in diesem Jahr lädt der Wernigeröder Jazzclub am 12. Dezember in die Remise ein. Dann gibt es Gipsy-Swing mit der Gipsy-Connection um den Sinti-Jazz-Gitarristen Kussi Weiss.