Wernigerode. Das Rathaus ist seit wenigen Tagen wieder Baustelle. Nach den beiden ersten Abschnitten 2002 und 2003 wird jetzt die Neueindeckung des Daches vollendet.

Dabei handelt es sich um eine Fläche von etwa 1500 Quadratmeter, sagt Ingo Wolf. Der verantwortliche Bauleiter bei der Stadtverwaltung : " Das ist ein richtig großer Rest. " Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 670 000 Euro. Das Geld stammt aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung ( wir berichteten ). Ob diese Summe letztendlich auch voll ausgeschöpft werden muss, ist derzeit offen, da noch nicht alle Submissionsergebnisse vorliegen. Wolf : " Es sieht aber gut aus. "

" 1500 Quadratmeter

Fläche – das ist ein richtig großer Rest "

Zwischen 1936 und 1940 war der Neubau am eigentlichen Rathaus errichtet worden, weiß Burkhard Rudo. " Normalerweise ist das für qualitativ hochwertigen Schiefer kein Alter ", erläutert Wernigerodes Baudezernent. Allerdings hatten die Handwerker seinerzeit wegen der dem Zweiten Weltkrieg geschuldeten Materialknappheit Eisennägel verwenden müssen. Diese begannen zu rosten und verursachten Risse bzw. Löcher. Rudo : " Deshalb ist dort permanent Regen reingeflossen. " Ingo Wolf ergänzt : " Wir hatten in den vergangenen Jahren einen erheblichen Reparaturaufwand. " In den nächsten Monaten werden die vorhandene Dachschalung verstärkt sowie Rinnen, Fallrohre und alle sonstigen Blechteile komplett erneuert. Auch auf eventuelle Holzsanierungen sind die Handwerker vorbereitet. Die stark von der Witterung abhängigen Arbeiten sollen bis März, spätestens April 2010 abgeschlossen sein. Auch wenn zwischenzeitlich starker Regen zu einer unfreiwilligen Pause führte, zeigt sich Ingo Wolf optimistisch. Der Bauleiter : " Wir liegen im Plan. " So könne beispielsweise der Sparkassenanbau am Markt pünktlich zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes am Freitag, 27. November, fertiggestellt werden.

" Arbeiten bis März, spätestens April 2010

abgeschlossen "

" Bedauerlicherweise gibt es die Schieferquelle in Thüringen nicht mehr ", berichtet Burkhard Rudo. Der jetzt verwendete Stein stamme aus Spanien. Der Dezernent : " Wichtig ist, dass die Materialeigenschaften stimmen. "

Die Arbeiten an Wernigerodes Wahrzeichen werden unterdessen genau beobachtet. So gab es in der jüngsten Sitzung des städtischen Bauausschusses gleich mehrfach kritische Nachfragen, warum keine einheimische, sondern eine Firma aus Osterweddingen den Zuschlag erhalten hat. Burkhard Rudo konnte da nur auf die vorgeschriebene Praxis verweisen, wonach das wirtschaftlichste Angebot auszuwählen ist.