Wernigerode. Am Runden Tisch Sport wurde öffentlich, dass der Bau des neuen Vereinshauses im Fußballstadion an der Mannsbergstraße arg ins Stocken geraten ist.

Emotionsgeladen verschaffte sich am Montagabend zunächst der Präsident des FC Einheit Luft, sprach vom Rücktritt, weil das Vertrauen in Stadtverwaltung und Kommunalpolitiker " völlig gestört " sei. Zehn Jahre lang würde man den Verein, der für die rund 300 Mitglieder, darunter 166 Kinder und Jugendliche, dringend bessere Umkleide- und Sanitärräume benötige, schon hinhalten. " Den Rest ", wie Homann haderte, habe ihm die Mitteilung in der Harzer Volksstimme vom Freitag gegeben, " als ich las, dass die Stadt für ein Stromkabel zum Loipenhaus bei Schierke 30 000 Euro ausgeben will ". Mit diesem Einwurf wich der Hasseröder Fußballchef zwar völlig vom Thema ab, doch schien die Stromkabel-Ausgabe auch bei anderen Sportleuten am Tisch auf Unverständnis zu stoßen. Mit dieser " Eilentscheidung " werden sich übrigens die Mitglieder des Hauptausschusses heute ab 16 Uhr in ihrer Sitzung befassen.

Unmissverständlich gab neben Homann auch Vorstandsmitglied Lars Alsleben zu, dass der Verein gegenwärtig überfordert sei, das Konzept für den Neubau mit Übernahme durch den FC Einheit umzusetzen.

Sportamtsleiterin Rita Ahrens bedauerte die Entwicklung und wies darauf hin, dass das Mitgliedervotum immer noch ausstehe und auch längst die Fristen für das Beantragen von Fördergeld verstrichen seien, um bei entsprechender Bereitstellung der Gelder noch 2010 mit dem Bau beginnen zu können.

Für die Verzögerung dem Einheit-Vorstand die Schuld zu geben, dagegen wehrte sich Volker Woitschik, Der Rechtsbeistand des Vereins erklärte, dass es bislang zwischen den Fußballern und der Stadt zu keiner vertraglichen Regelung gekommen sei, die den FC Einheit überhaupt befähigen würde, einen Förderantrag zu stellen. " Auch wurden dem Verein die vollständigen Planungsunterlagen bislang verwehrt ", sagte Woitschik und nannte die derzeitige Verhandlungsbasis aus rechtlicher Sicht " unzureichend ". Immerhin, so der Rechtsanwalt, gehe es um 400 000 Euro, die der Verein für den rund eine Million teuren Neubau, aufbringen solle. Die Stadt will sich mit 60 Prozent beteiligen, vorausgesetzt der Etat lasse es zu.

Die Diskussion beendete SPD-Stadtrat Heinrich Hamel mit dem Vorschlag, einen Arbeitskreis zu gründen, " um den festgefahrenen Karren aus dem Dreck zu ziehen ". Denn, so Hamel weiter, die Projektplanung, für die die Stadt schon mehr als 90 000 Euro ausgegeben habe, " darf nicht nur für die Schublade gewesen sein. "

Sein Vorschlag fand Zustimmung. Der Arbeitskreis mit Vertretern des FC Einheit, aus dem Sport- und Bauamt sowie den Stadtratsfraktionen will bereits am kommenden Montag erstmals beraten.