Schlussspurt im Wernigeröder Altstadtkreisel ? Maurer aus dem Vogtland bringen derzeit einen Granitsockel an, die Lärm schluckenden Betonsteine folgen in Kürze. Spielt das Wetter mit, könnten die Reparaturarbeiten in dem vor drei Jahren übergebenen Verkehrsbauwerk bis zum Sommer 2010 beendet sein.

Wernigerode. Tonnenschwere Granitsteine aus China lagern zu Hunderten in den Paletten im " Bauch " von Wernigerode. Noch. Bis der frostige Herbst zum fleißigen Gesellen des Winters wird, sollen die Steine die Mauern im Altstadtkreisel wieder verzieren. Ab der Höhe von 1, 50 Meter bekommt der Granit aus Fernost Betonsteine als Nachbarn. Deren große Poren sollen Hunger auf Verkehrslärm haben. Darum sind diese Steine weniger bloße Zierde, sondern auch ein funktionaler Teil dieses millionenschweren Verkehrsprojektes, das eigentlich weithin vom Ruhm der Planer und Bauleute künden sollte.

Eigentlich deshalb, weil seit der Übergabe des immerhin 25 Millionen Euro teuren Baus eine Serie nicht enden wollender Pannen erst für Kritik, später noch für Spott sorgte. Das massiv durch den Beton dringende Wasser war von den Bauleuten einfach nicht zu bändigen. Verschobene Abnahmen und immens teure Reparatureinsätze waren die Folge. Jetzt heißt es aus dem Rathaus beinahe beschwörend, der Kreisel sei dicht, immerhin " zu 99, 9 Prozent ". Ob das fehlende Zehntel am vollkommenen Erfolg der neueste Wasserfleck an der Südwand in der Bahnhofstraße ist ? Die Fachleute der verantwortlichen Firma Umwelttechnik & Wasserbau kennen – selbstverständlich – auch diese nasse Stelle.

Gestern hieß es im Tunnel, dessen Verkehrsampeln verhindern, dass die Autos tatsächlich " kreiseln " können, der 30. Juni 2010 sei ein neues Ziel. Bis dahin sollen 2500 Quadratmeter Granit und Beton komplett vor den Mauern angebracht, fast drei Millionen Euro verbaut sein. Noch in diesem Jahr an den Wänden der Schlachthofstraße ( West ) und Ochsenteichstraße ( Nord ). Übrigens, das sind allesamt neue Steine. Das Abreißen und Lagern der ersten " Garnitur " wäre weitaus teurer gewesen.

Voraussetzung dafür ist jedoch, das Thermometer zeigt Plus-Grade an, dieser Hinweis ist den Bauleuten wichtig. Und sie kündigen auch an, sobald eine Kälteperiode eintrete, werde die Baustelle zeitweise geräumt. Auch von den Verbotsschildern fürs Linksabbiegen.