Gesundes Essen kann schmecken und muss nicht teuer sein. Das ist die Botschaft der Verbraucherzentrale. Zwei ihrer Referentinnen haben am Wochenende 14 Mitarbeiter von Lebenshilfe-Kindertagesstätten geschult. Thema der Fortbildung : " Mahlzeit Kita ! Essen mit Spaß und Fantasie ".

Wernigerode. In der Mittagsstunde kommt der Frosch zu großen Ehren. Nicht einer, gleich 14 " Vollkorn-Frösche " ( Foto ) sorgten in der Kindertagesstätte Quasselstrippe für große Freude am Esstisch, an dem normalerweise die Kleinen sitzen. Gurke, Radischen, Quark, Petersilie, Butter und eine Käsescheibe sind schnell rund um ein Vollkornbrötchen " drapiert " – so lustig und damit Appetit machend kann ein gesunder Imbiss aussehen.

Kathrin Wilke und Carla Weiß sind die Expertinnen der Verbraucherzentrale bei den Themen Lebensmittel und Ernährung. Einen ganzen Samstag lang weisen die Fachberaterinnen auf die vielen ungesunden Tücken in der Alltagskost hin. Pädagogische Mitarbeiterinnen und Hauswirtschafterinnen der Lebenshilfe sind aufmerksame " Schüler " und engagierte. Als auf dem empfohlenen Speiseplan von Apfelstücken die Rede ist, folgt sofort Widerspruch : Kinder kauen nicht gern, sie mögen lieber Apfelmus. Doch Kathrin Wilke kennt kein Pardon. Energisch fordert sie auf, es einfach auszuprobieren und nicht gleich beim ersten Scheitern die Segel zu streichen. Die Referentin kennt alle Vorbehalte rund ums Thema gesunde Ernährung, versichert sie im Gesprächt : zu teuer, zu aufwändig, schmeckt nicht – das seien dieStandardantworten. Stimmt nicht, findet Kathrin Wilke und stützt sich bei ihrem Seminar auf Erkenntnisse der " Inform " - Initiative für gesunde Ernährung, die auch von der Bundesregierung unterstützt wird. Viel mehr Rohkost, mehr Vollkornprodukte und vor allem viel weniger Fleisch und Süßes auf den Tisch, dabei alle Gerichte viel fantasievoller anrichten – das sind ihr Forderungen. Eltern und Kindertagesstätten-Mitarbeiter sollten gemeinsam bei den Essenslieferanten auf kindgerechte Kost achten.

Ein Gericht, das Senioren, Berufstätigen und den Kleinsten gleichermaßen schmecke, das könne es nicht geben. Weil es aber in Deutschland für Kindergerichte keine verbindlichen Qualitätsanforderungen gibt, sei es wichtig, dass die Mitarbeiter in den Einrichtungen selbst bei diesem wichtigen Gesundheitsthema geschult sind, schätzte die Referentin ein.

Stimmt, bekräftigt Martina Fricke, bei der Lebenshilfe in Wernigerode für alle Kindereinrichtungen verantwortlich. Immerhin 500 Mädchen und Jungen sowie 70 Mitarbeiter in fünf Einrichtungen. Kindeswohl bedeute auch, für eine ausgewogene, abwechslungsreiche, vor allem aber gesunde Ernährung zu sorgen, bekräftigt die Pädagogische Leiterin. Ihre Kolleginnen sollen nach dem Seminar einen Wunschspeiseplan aufstellen, dieser werde dann mit dem Speiselieferanten besprochen.

Wer weiß, vielleicht wird der " Vollkorn-Frosch " auch bald andernorts zum Superstar ?