Ilsenburg. Bahnfahrer, die in Ilsenburg in die Züge steigen, werden voraussichtlich ab Beginn des kommenden Jahres bequemer das Gleis erreichen können. Denn dann will die Deutsche Bahn die lange geforderten Fahrstühle eingebaut haben. Das meldete das bundeseigene Verkehrsunternehmen auf Volksstimme-Nachfrage. Wann genau Rollstuhlfahrer und andere Reisende mit dem Lift zum Zug gelangen, konnte die Pressestelle in Leipzig gestern nicht genau sagen. Ein Grund sei, dass die beiden Konstruktionen extra für den Einsatz in der Ilsestadt gebaut werden müssten. Beginn der Arbeiten in Ilsenburg soll – geht es nach der Bahn – aber bereits Ende November sein.

Die Kosten teilen sich Bahn und Land

Die Kosten für den dann barrierefreien Zugang zum Bahnsteig bezifferte das Verkehrsunternehmen auf rund 450 000 Euro. Die Summe wollen sich Land und Bahn teilen.

Die Entscheidung zur Kostenteilung verkündete Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre bereits vor gut einem Jahr. Wie damals mitgeteilt wurde, seien dem Kompromiss monatelange Verhandlungen zwischen beiden Partnern vorausgegangen. Es habe allerdings viel Überzeugungskraft geleistet werden müssen, um die Deutsche Bahn dazu zu bringen, die Aufzüge überhaupt einzurichten, kommentierte damals ein Ministeriumssprecher.

Auf die Frage, warum das Verkehrsunternehmen nicht gleich bei der Modernisierung der Bahnsteige die beiden Fahrstühle installiert hat ?, antwortete Jörg Bönisch von der Pressestelle in Leipzig : " Die Finanzierungsrichtlinien des Bundes, der Eigentümer der bahn sei, sahen das nicht vor. " Trotzdem wurden damals zwei Schächte für einen späteren Lift-Einbau vorgesehen.

Bürgerproteste werden erst genommen

Bönisch erklärte weiter, dass ein Einbau von Fahrstühlen erst ab 1000 Fahrgästen pro Tag erfolgen müsse. Und Ilsenburg würde diese Zahl von Bahnfahrern nicht erreichen.

Warum kommen nun doch die Lifte ? Bürgerproteste habe dazu geführt, dass sich Land und Bahn vor rund einem Jahr des Themas nochmals angenommen hätten, so der Sprecher.

Bereits im Sommer 2008 hatten Ilsenburger zirka 1000 Unterschriften für den Einbau von Fahrstühlen in " ihren " Bahnhof gesammelt. Auch der damalige Bürgermeister Wilfried Obermüller ( SPD ) hatte mit Karl-Heinz Daehre ( CDU ) den Bahnhof besichtigt und auf den Missstand des fehlenden barrierefreien Zugangs hingewiesen.