Im Wernigeröder Wildpark

haben zwei junge Rotfuchs-Damen das modernisierte

Gehege bezogen. Ein gewagtes Experiment hat sein glückliches Ende gefunden.

Von Ingmar Mehlhose

Wernigerode. Der jüngste Zuwachs im Wildpark " Christianental " verspürt zunächst keine rechte Lust, sich aus dem schützenden Tragebehälter hinaus ins Freie zu bewegen.

Dann erschnüffelt " Kira " doch ganz langsam ihre neue Heimat. Wenig später folgt ihr " Minun " hinaus in das gut 600 Quadratmeter große Gehege. Die beiden Rotfuchs-Damen sorgen bei ihren zweibeinigen Beobachtern sichtlich für Erleichterung. Ein gewagtes Experiment hat sein glückliches Ende gefunden.

Rückblende : Seit etwa zwei Jahren hatten Wildpark-Leitung und der Förderverein für die idyllische Anlage nach neuen Füchsen gesucht. Etliche Versuche misslangen, erinnert sich Frank Lüddecke. Dann die glückliche Fügung : Familie Michaelis aus Wernigerode, deren Sohn Marian ( 8 ) inzwischen einer der Paten für die beiden Fähen ist ( wir berichteten ), gab den entscheidenden Tipp. Im Tier- und Freizeitpark Germendorf, einem Ortsteil von Oranienbaum, schien ein geeigneter Wurf gefunden worden zu sein. Fördervereinschef Lüddecke : " Dann musste alles ganz schnell passieren. Da zählte jeder Tag. " Ansonsten wären die Füchse dem Menschen bereits zu sehr entfremdet gewesen. Im Juni fuhr Karl-Heinz Kilz deshalb nach Germendorf. Mit einem Kaufvertag in der Tasche, den allerdings brauchte er letztlich nicht. Der Vize-Chef des Wildparks : " Wir haben sie geschenkt bekommen. " Einzige Bedingung : Die Rand-Berliner möchten ebenfalls Paten für " ihre " Füchse werden. Dass aus den damals etwa sechs Wochen alten Fähen inzwischen zwei stattliche Damen geworden sind, ist unterdessen Helga Regener zu verdanken.

" Dann musste

alles ganz schnell

passieren "

Die einstige Tierpfl egerin im Christianental nahm sich der Schwestern an. Sie mussten zwar nicht mehr mit der Milchflasche gefüttert, aber ständig umsorgt werden. Die Wernigeröderin stellte sich dieser Aufgabe bei sich zu Hause. Rund um die Uhr bis Ende September. Frank Lüddecke und Parkleiter Frank Schmidt wissen diese Hingabe zu schätzen. Immerhin hatte es sehr lange gedauert, dafür überhaupt jemanden zu fi nden. Der Gedanke an eine Handaufzucht war im Übrigen ohnehin einem Zufall zu verdanken. Bei einem Besuch auf dem Petersberg bei Halle konnten die Harzer erleben, wie auf diese Weise erfolgreich Nachwuchs gezüchtet wird.

Helga Regener ist angesichts des Abschieds zwar ein wenig traurig. Letztlich überwiegt aber die Freude. " Kira " und " Minun " haben jetzt ein schönes, weil zuletzt großzügig umgestaltetes neues Zuhause. Das sie dann doch in Besitz nehmen. Die beiden Fähen jagen bergauf, bergab von einem Gitter zum anderen. Karl-Heinz Kilz : " Dass der Zaun unter Strom steht, werden sie noch merken. Doch das gehört dazu. "