Schlamperei der Baufirmen ? Mangelnde Kontrolle der Verantwortlichen ? Oder bloße Geldverschwendung ? Warum muss die Bundesstraße 6 wenige Jahre nach ihrem Bau so aufwändig repariert werden, wollen die Harzer Grünen wissen. Mit Mathias Fangohr, dem Pressesprecher dieser Partei, war Volksstimme-Redakteur Tom Koch gestern im Gespräch.

Volksstimme : Seit mehr als einem halben Jahr wird aus der neuen Bundesstraße 6 eine noch neuere. Und erst heute, Monate später, kritisieren Sie diese Sanierung. Fahren Mitglieder Ihrer Partei nicht auf der B 6 ?

Mathias Fangohr :

Doch, doch, und wir wissen auch, dass die Bauarbeiten dort schon etliche Wochen dauern. Aber gerade imWahlkampf sind wir verstärkt darauf angesprochen worden, darum stellen wir jetzt öffentlich diese Fragen.

Volksstimme : Was wollen die Harzer Grünen wissen ?

Fangohr : Gab es unabhängige Prüfer, die Mängel festgestellt haben, dass die autobahnähnliche Straße bereits jetzt so aufwändig saniert werden muss ? Wenn ja, haben die Firmen beste Qualität abgeliefert und die Behörden diese auch umfassend kontrolliert ?

Volksstimme : Immerhin sind die betroffenen Straßenabschnitte rund zehn Jahre alt …

Fangohr : Normalerweise sollen Asphaltdeckschichten je nach Belastung 12 bis 18 Jahre halten. Von diesen Zeiträumen sind wir meilenweit entfernt, dabei ist die Verkehrsmenge auf der B 6 gar nicht so groß, weil sie noch nicht durchgängig bis zur A 14 genutzt werden kann. Und was heißt hier " knapp zehn Jahre "? Der Abschnitt Badeborn – Hoym wurde erst im Dezember 2007 freigegeben und erhält jetzt auch eine neue Fahrbahndecke.

Volksstimme : Darum vermuten Sie dort Baupfusch ?

Fangohr : Wir können nur laut und deutlich nachfragen. Ist jedoch alles in Ordnung, so steht zu befürchten, das die B 6 in den kommenden Jahren stets und ständig saniert werden muss. Als ob wir keine anderen Sorgen hätten.

Volksstimme : Die Harzer Grünen gelten ohnehin nicht gerade als Befürworter dieser Schnellstraße, darum jetzt diese nachträgliche Kritik ?

Fangohr : Die B 6 ist da, das haben alle zu akzeptieren, und wenigstens werden viele Orte vom Durchgangsverkehr entlastet. Nein, uns geht es darum, dass der Eindruck entsteht, trotz eines erschreckend hohen Schuldenstands : Geld spielt beim Straßenbau keine Rolle.

Volksstimme : Geld, das Sie lieber für neue Fledermausbrücken und Feldhamsterumsetzungen ausgeben wollen ?

Fangohr : Wenn Geld in den Straßenbau investiert werden soll, dann in Projekte für mehr Verkehrssicherheit : Fußgängerüberwege, Kreisverkehre, ins Radwegenetz.