Das 17. Harzfest ist Geschichte : Die Gastgeberstadt Wernigerode hat gestern Abend ein positives Fazit des größten Brauchtumsfestes der Region gezogen. Geschätzte 12 000 Besucher feierten mit den Darstellern aus Thüringen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt auf dem Gelände des Wernigeröder Bürgerparks.

Wernigerode. Gut gelaunt erklomm die Politprominenz den Brocken. Ein " Ah " und " Oh " raunte es, als im passenden Moment eine Harzer Schmalspurbahn im Spielzeugformat vorbei schnaufte : Ein Rundgang durch den Miniaturenpark " Kleiner Harz " gehörte zum Harzfest-Programm von Ministerpräsident Wolfgang Böhmer ( CDU ). Die Halberstädter Martinikirche bestaunte der Regierungschef genauso wie Goslars Kaiserpfalz und natürlich auch das Wernigeröder Rathaus.

Diese Verbundenheit der Region im Modell verlangte der Politiker auch im wahren Leben. In seiner Begrüßungsrede forderte er speziell die Niedersachsen auf, nicht länger den Oberharz-Namen im Osten abzulehnen : " Es liegt an ihnen allen selbst, in ihren Orten etwas Unverwechselbares vorzuweisen, damit es künftig in unserem Autoatlas zu keinen Undeutlichkeiten kommt. "

Böhmer zeigte sich zufrieden, dass es dieses Fest in diesem Jahr überhaupt gibt, habe doch diese Veranstaltung einmal mehr auf der Kippe gestanden. An die Adresse von Thüringens Bundes- und Europaminister Klaus Zeh und des Abteilungsleiters im Hannoverander Wirtschaftsministerium, Ole Jannssen, richtete Sachsen-Anhalts Regierungschef den Wunsch, alle Harzer Bundesländer sollten auch künftig das größte Brauchtumsfest der Region fördern.

Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert freute sich, dass er als neuer Chef des Harzer Förderkreises es geschafft habe, die Tradition des Harzfestes zu bewahren. Gerade im Jubiläumsjahr des Mauerfalls für Gaffert mit besonderer Bedeutung. Darum stand diese Veranstaltung auch unter dem Motto " 20 Jahre grenzenlose He(a)rzlichkeit ". Der gemeinsame Nationalpark, bald eine beide Länder verbindende Harzer Schmalspurbahn, vielleicht auch ein gemeinsamer Lift von Schierke nach Braunlage sind für den Wernigeröder Zeichen des erfolgreichen Miteinanders. Im Gegensatz zu Böhmer kritisierte Gaffert jedoch den Oberharznamen : " Inzwischen sind wir uns im Harz sogar soweit einig, dass eine Stadt wie die andere heißen will. Ob das richtig ist, muss man nochmal nachfragen. "

Mit Folklore, Gesang, Unterhaltung und auch sportlichen Darbietungen wussten die Akteure aus der Harzregion ihr Publikum zu unterhalten. Vor allem die Bühne am Schafstall war gut besucht, jene am Zauberwäldchen wurde nicht sofort von allen rund 12 000 Besuchern gefunden. Dennoch zogen die Verantwortlichen gestern ein erstes positives Fazit des 17. Harzfestes.