Der Stadtrat hat einstimmig eine Vorlage " Leitsätze zur Entwicklung der Kultur " in Wernigerode verabschiedet. Das Papier gilt bis 2015 und enthält ein klares Bekenntnis zum Erhalt besonderer Markenzeichen wie z. B. Philharmonisches Kammerorchester und Schloss.

Von Ingmar Mehlhose

Wernigerode. " Das ist vielleicht die bestberatenste Vorlage der letzten und der jetzigen Legislaturperiode ", konstatierte Andreas Heinrich vor der Abstimmung durch den Stadtrat. Wernigerodes zuständiger Dezernent zeigte sich sehr zufrieden mit dem abschließenden Text. Dies sei ein Papier " nicht nur in Grundsätzen, sondern auch mit Details und somit eine gute Basis ".

Rückblende : Im Herbst 2008 hatte die Diskussion über die am 15. Oktober 2001 erstmals aufgestellten Kultur-Leitsätze begonnen. Am 28. April 2009 war die daraus resultierende Vorlage erstmals Thema im Stadtrat. Besonders Silstedts Ortsbürgermeister Karl-Heinz Mänz ( CDU ) übte seinerzeit Kritik. Er vermisste Hinweise auf die kulturellen Höhepunkte bei sich im Dorf bzw. Benzingerode und Minsleben. Thomas Schatz ( Linke ) ergänzte, dass auch Wernigerodes neuer Ortsteil Schierke nicht vergessen werden darf ( wir berichteten ).

Diese und weitere Hinweise wurden von einer für die Fortschreibung bis 2015 gebildeten Arbeitsgruppe eingefügt. Im Ergebnis dessen haben sich die Stadtväter auf sechs Handlungsfelder verständigt. Deren erstes widmet sich " Museen, Sammlungen und Traditionspflege ". Darin enthalten ist u. a. das Bekenntnis " eine wesentliche Mitverantwortung " für den Erhalt des Schlosses und den Betrieb des Schlossmuseums zu tragen.

Unter der Rubrik " Bildende Kunst und Musik " steht der Fortbestand des Philharmonischen Kammerorchesters an erster Stelle. Punkte sind z. B. auch das Internationale Johannes-Brahms-Chorfestival

und die Kreismusikschule Harz mit Hauptsitz Wernigerode.

Umsetzung abhängig

von der Haushaltslage

Bei " Kulturelle Bildung und Förderung " wird u. a. die Zukunft von Stadtbibliothek und Harzbücherei in eigener Regie betont. Weitere Passagen befassen sich mit der weiteren fi nanziellen Unterstützung von Kultur in Kindereinrichtungen, Schulen, Vereinen, Kirchen und Initiativen " nach Möglichkeit auf hohem Niveau ". Der Anstrich " Veranstaltungen und Veranstalter " stellt Feste aller Art in der Stadt und den Ortsteilen in den Vordergrund. Auch hier wird ausdrücklich Wert auf optimale Qualität gelegt. In punkto " Veranstaltungsorte " begrüßen die Verfasser z. B. den weiteren Ausbau des Marstalls. Es heißt aber auch : " Offen bleiben derzeit Fragen nach einer größeren Veranstaltungsstätte mit bis zu 1000 Besuchern und die Schaffung einer angemessenen Stammspielstätte für das Philharmonische Kammerorchester. "

Schließlich bildet der " Denkmalschutz " einen separaten Schwerpunkt. Kernaussage : Die örtlichen Besonderheiten der Stadt und ihrer Ortsteile sollen " aktiv erhalten werden ".

Das Stadtratsvotum fi el einhellig aus. Wohl auch deshalb, weil die Umsetzung der Leitsätze laut Vorlage nur " entsprechend der Haushaltslage " erfolgen kann. Übrigens