Sorge. Mit ihren Mercedes-Cabrios sind jüngst 40 Mitglieder des " R / C 107 SL " - Klubs aus Mitteldeutschland an die ehemalige innerdeutsche Grenze bei Sorge gereist. " Sie sind jetzt durch das Niemandsland gewandert ", empfing Rolf Tronnier die Interessierten an einem alten DDR-Grenzturm kurz vor der heutigen Landesgrenze. Die Elemente, die damals für die Zäune genutzt wurden, seien aus Dortmund geliefert worden, erläuterte der ehemalige Bürgermeister der Oberharz-Gemeinde. Für viele sei es nach der Wende besser geworden, er kenne aber auch einige, die seit Jahren arbeitslos seien, brachte Tronnier kritische Worte an. " Das war eine Grenze, die gegen die eigene Bevölkerung gerichtet war ", rief einer der Cabriofahrer aus der Menge.

" Das Interesse an der Grenze hat abgenommen "

Nach der Stippvisite am Grenzzaun setzten die Mercedes-Cabrio-Freunde ihre Tour Richtung Rappbode-Talsperre fort. Im 20. Jahr der Wiedervereinigung hätten die Organisatoren bei ihrer sechsten Jahresausfahrt Harz und Grenze verbinden wollen.

Tronnier : " Das Interesse an der Grenze hat abgenommen. " Im Jahr 2006 habe er dort den 100 000 Besucher begrüßen können. In den vergangenen drei Jahren seien es nach seiner Zählung aber nur noch 1650 gewesen. Es kämen aber auch Wanderer, die sich die Anlagen bei Sorge ansähen, und somit nicht in der Zählung Tronniers auftauchten.

In der ersten Zeit sei jeder neugierig gewesen. " Vor allem Leute aus dem Westen. " Vor nicht allzu langer Zeit, berichtete Tronnier, habe er von Abiturienten gehört, dass die Zeit lange vorbei und die Grenze nicht mehr von Interesse sei. Ältere würden dieses Interesse für die Vergangenheit aber noch aufbringen.