Ilsenburg. Das runde Jubiläum der Ilsenburger Feuerwehr wurde am Wochenende unter anderem mit einem großen Festumzug durch die Innenstadt zum Gerätehaus am Mahrholzberg zünftig gefeiert. Mit der Bildung der Einheitsgemeinde waren erstmals auch die Kameraden aus Darlingerode und Drübeck mit dabei. Insgesamt hat sich die Zahl der Aktiven damit von ursprünglich 39 auf jetzt 95 erhöht.

Mit ihren 90 Jahren sei die Ilsenburger eine " noch recht junge Feuerwehr ", betonte Ortswehrleiter Lutz Siebel in seiner Festrede vor den fast 100 angetretenen Kameraden. Dass die vergrößerte Truppe in jeder Hinsicht noch gewöhnungsbedürftig ist, bewies Darlingerodes Ortswehrleiter Wilfried Fulst : " Ich begrüße die Darlingeröder, … äh Drübecker, … nein Ilsenburger Kameraden auf das herzlichste !" Letztere quittierten den kleinen Fauxpas mit sichtlicher Erheiterung.

Die Gründung der Ilsenburger Feuerwehr am 1. Mai 1919 wurde notwendig, da die damalige Hüttenwehr die Brandbekämpfung im Ort nicht mehr wahrnehmen konnte. Es war dies die Geburtsstunde für eine Pflichtfeuerwehr mit zunächst 12 Kameraden aus allen sozialen Schichten. Die von der Hüttenwehr übernommenen Gerätschaften beschrieb Siebel als " nicht gerade die besten ". Nur zögerlich habe man diese in der allgemeinen Notlage ersetzen können. 1920 / 21 wurde das Gerätehaus am Forellenteich gebaut - in dieser Form bis 2002 genutzt. Im gleichen Jahr bezog die Wehr auch in das neue Domizil auf dem Mahrholzberg. Das erste Gerätehaus war immerhin eine Anschaffung, die ausschließlich durch Spenden der Ilsenburger möglich war. Der Zweite Weltkrieg brachte neue Aufgaben mit sich. So hatten die Kameraden jetzt auch für den Luftschutz mit zu sorgen. Nach dem Krieg war das Löschfahrzeug verschwunden. So bargen die Kameraden im Wald einen französischen Mannschaftswagen der Marke " Peugeot ". Dieser wurde mit viel Improvisationsgeschick zu einem provisorischen Löschfahrzeug umgebaut. Es sollte noch ewig dauern, bis der damalige Landkreis Wernigerode den Ilsenburgern ein Löschfahrzeug bereitstellte.

Erste Motorspritze

1932 in Betrieb

genommen

Ein weiterer großer Wandel vollzog sich mit der Grenzöffnung 1989. Freundschaftliche Beziehungen zu den Kameraden in Bad Harzburg führten dazu, dass den Ilsenburgern ein Tanklöschfahrzeug übergeben wurde. Dieses versieht seinen Dienst mittlerweile aber auch schon 49 Jahre.

Der Ortswehrleiter erinnerte anlässlich des Jubiläums gleich mehrfach an die unzähligen freiwilligen Stunden, die die Kameraden in Ilsenburg leisten würden. Das Hochwasser 2002 war nur ein besonders prägnantes Beispiel. Dabei seien sie nahezu drei Tage ununterbrochen im Einsatz gewesen.

Eine Drehleiter ( 1993 ) sowie ein Tanklöschfahrzeug ( 1996 ) zählten nach der Wende zu den ebenso unverzichtbaren, wie vielfach bewährten Neuanschaffungen. Zudem besitzt jedes Feuerwehrmitglied seit langem eine hochwertige Schutzausrüstung.

Siebel wünschte allen Kameraden vor dem anschließenden Feuerwehrfest, dass sie gesund von ihren nächsten Einsätzen zurückkehren. Dabei begeisterte unter anderem die historische, weil bereits 100 Jahre alte Feuerwehrtechnik. Zudem wurde den zahlreichen Gästen eine sogenannte Absturzsicherung der Feuerwehr präsentiert.