Zum 17. Mal in Folge hatten die Veckenstedter gestern die Besucher der Region an den Wiesenteich geladen. Das zumeist trübe Wetter tat der guten Stimmung beim zweitgrößten Volksfest des Jahres allerdings keinen Abbruch. Wenn auch die Erwartungen mit etwas über 2500 Gästen wetterbedingt deutlich hinter den Rekordzahlen der letzten Jahre zurück blieben.

Veckenstedt. Die Zeremonie ist jedes Jahr identisch. Trotzdem ist es immer wieder ein Gaudi : wenn Neptun, dessen Meerjungfrau ( Gerd und Roswitha Görtz ) samt Gefolge über den See " geschippert " kommen, werden einmarschierend zu den Klängen des Veckenstedter Fanfarenzuges auf dem Festplatz mit Beifall empfangen. Dieser gilt genauso den Teichwirten in ihren blauen Hemden und mit den Paddeln in der Hand. Nach der symbolischen Schlüsselübergabe an Bürgermeister Uwe Lutz folgen ein paar kurze Stoßgebete : zwar nicht zum Himmel, was gestern ja auch ganz passend gewesen wäre, dafür aber in Richtung der Gäste : " Haltet mein Reich sauber und trinkt vor allem nur so viel, wie ihr vertragen könnt !"

Diese Hoffnung an die Versammelten zwischen Fischimbiss, Vergnügungsständen und Bierbuden war nicht ganz ohne Grund : Diethard Trick, einer der beiden Geschäftsführer der Teichwirtschaft, erinnert sich an frühere Jahre. Da landeten einige mit dem Rad angereiste Festbesucher gleich reihenweise erst im Straßengraben und dann im Krankenhaus. Zu solcherart " Totalausfällen " soll es in diesem Jahr zum Glück nicht gekommen sein.

Zu den zahlreichen Vereinen, die sich auch beim 17. Teichfest wieder mit einbrachten, gehörten die Taubenzüchter. 200 Tiere stiegen zu Beginn des Festes in den Himmel und hatten dabei bis in den heimischen Schlag den denkbar kürzesten Nachhauseweg. Erst kürzlich von Ostende brauchte die schnellste Veckenstedter Taube für die 570 Kilometer – sozusagen das rasende Schalli-Weibchen – gerade einmal fünf Stunden und sieben Minuten !.

Immer ein Höhepunkt des Teichfestes ist das Schlauchbootrennen. Im Vorausscheid gingen insgesamt zwölf Herren- und zwei Damenmannschaften an den Start. Die zum Teil recht originellen Verkleidungen sind dabei genauso Programm, wie die Namen der Mannschaften. So wetteiferten " Peter Pahn und die Space-Kekse " gegen die Crew vom " Harzkäse-Express " oder die " Harzer Bootspeople ".

Kleinere Pannen vor dem Start sind immer noch besser als ein verlorenes Schlauchbootrennen : " Die Warmduscher " fanden ihren Namen zunächst sehr originell, gestern Vormittag dann plötzlich weniger. Sie wollten sich noch kurz vor dem Start umbenennen. Aber da dieser Name zum kühlen Wetter letztlich doch irgendwie zu passen schien, war eine Namensänderung bei der Jury doch unnötig. " Die Gewinner " vom letzten Jahr hatten ihren damaligen Namen nur vergessen und so standen sie halt als " Die Gewinner " auf der Startliste. In letzter Sekunde gab es dann aber doch noch eine Umbenennung in " Die Durstigen ". Als Sieger des Wanderpokals bei den Herren hatten sie letztlich auch allen Grund, ihren Durst zu löschen.

Auf den Plätzen zwei und drei landete das " Autohaus Wille " sowie die Kicker von den " Oehrenfelder Füchsen ". Bei den Damen waren die Preise praktisch schon vor dem Schlauchbootrennen vergeben : da ruderten ja lediglich die " Flötenweiber " gegen die " Sun-Girls " an. In dieser Reihenfolge kamen sie auch nach der 200 Meter-Distanz ins Ziel. Beim Preis für das beste Kostüm war sich die Jury offenbar schnell einig :

Der Gutschein ging an die " Pamperstruppe " der " Harzer Bootspeople ", die allerdings bedeutend besser tranken als ruderten.