Schierke / Wernigerode. " Ich kenne Thomas Konietzko seit vielen Jahren persönlich und schätze ihn als engagierten Sportfunktionär, aber in einem entscheidenden Punkt muss ich seine Erklärungen zum Wernigeröder Schanzenhaus korrigieren : Er ist nicht der neue Hotel-Eigentümer. "

Uwe Klein, Geschäftsführer der Bildungs- und Freizeitstätte, die die Schierker Baude betreut, wandte sich gestern seinerseits an die Volksstimme, um zu erklären, er gehöre zu den Bewerbern für das insolvente Schanzenhaus im Zwölfmorgental. Dieses Hotel gehörte zum Geflecht des Landessportbundes und war im Strudel des Finanzdesasters der Sportorganisation in erhebliche Schwierigkeiten geraten. Derzeit soll das Schanzenhaus eine Schuldenlast von 1, 7 Millionen Euro belasten. Für den Hotelbau sind Fördergelder in siebenstelliger Höhe nach Wernigerode geflossen. Der Insolvenzverwalter und die Harzsparkasse drängen auf einen Verkauf, dabei hat die Stadt ein Vorkaufsrecht. Wernigerodes Stadträte hatten das Grundstück im Zwölfmorgental symbolisch für 1 Mark " verkauft ".

Uwe Klein : " Man hat uns als erfolgreiche Betreiber der Schierker Baude um ein Konzept gebeten, das liegt vor. " Aus seiner Sicht wäre diese Zweierkonstellation – Baude in Schierke und Schanzenhaus in Wernigerode – ein großer Vorteil seines Betreiberpapiers. " Von Mai bis September, das ist unsere Hauptsaison, könnten wir beide Häuser fünfmal mit Gästen füllen, soviele Nachfragen gibt es. " Die Baude verfügt über 84 Betten, das Schanzenhaus derzeit über 90 Betten. Mit Blick auf die deutlich größere Schierker Jugendherberge und seine Bauden-Auslastung von 70 Prozent stellte Klein selbstbewusst fest : " Unsere attraktiven Pauschalprogramme, eine sehr engagierte Belegschaft und natürlich die Lage im Harz, das sind unsere Wettbewerbsvorteile. Wir sind in Sachsen-Anhalt mit deutlichem Abstand das erfolgreichste Haus im Jugendbildungsbereich. "

Obwohl das städtische Jugendgästehaus derzeit einen hohen Zuschussbedarf und zudem einen Modernisierungsbedarf von bis zu einer Viertel Million Euro aufweise, zeigte sich Klein zuversichtlich, dieses Gästehaus dann an der Schanze wirtschaftlich erfolgreich zu führen. Er würde sich freuen, gelänge es, die derzeit jährlich 9000 Besucher des Wernigeröder Gästehauses im Zwölfmorgental begrüßen zu können.

4000 Euro Monatspacht

Gleichwohl, so der Geschäftsführer der Schierker Baude, die doppelte Besucherzahl sei notwendig, um das Schanzenhaus rentabel führen zu können. Sein Konzept sehe vor, die Mitarbeiter des Gästehauses komplett und teilweise des Hotels zu übernehmen ( die öffentliche Gaststätte dort würde geschlossen werden ).

Zum Thema Zahlen verriet Uwe Klein zudem, dass er sich für zehn Jahre verpflichten würde, eine monatliche Pachtsumme von 4000 Euro an die Stadtkasse zu zahlen.

Großen Wert legt Klein darauf, dass die Schierker Baude und der Skiverband des Landes gemeinsam das Schanzenhaus betreiben möchten. Diese Partnerschaft werte das Zwölfmorgental als Skisportstätte auf. Geplant seien nicht nur mehr internationale Skisprung-Wettkämpfe, Meisterschaften, und Trainingslager, auch neue Angebote für den Breitensport z. B. im Mountainbiken und Nordic Walking inklusive Ausleihstationen. Uwe Klein : " Wir sind überzeugt, gemeinsam mit den Wernigeröder Vereinen können wir im Schanzenhaus im Zwölfmorgental viel Gutes für die Stadt Wernigerode erreichen. "