Der Stadtrat hat die Entscheidung über den Kauf des " Aktivhotel Schanzenhaus " am Donnerstagabend vertagt. Offizielle Begründung : Es sollen neue Argumente ausgetauscht werden, die bisherige Gegner eventuell noch umstimmen könnten. Nächster Termin für ein Votum ist der 8. Oktober.

Wernigerode. " Ich hätte mir gewünscht, wir hätten es positiv entschieden ", zeigte sich Peter Gaffert gestern auf Volksstimme-Anfrage einerseits enttäuscht über die Vertagung. Immerhin seien aus Sicht der Verwaltung alle Argumente zum " Schanzenhaus " -Kauf ausgetauscht worden. Wernigerodes Oberbürgermeister : " Soviel Erkenntniszuwachs ist da nicht mehr zu erwarten. "

Andererseits gab sich der Rathauschef froh, weil jetzt offenbar ausschließlich auf sachlicher Basis diskutiert werde. Gaffert : " Ich bin deshalb optimistisch, dass wir das zu einem guten Abschluss bringen. " Voraussichtlich am 8. Oktober solle der Stadtrat dazu auf einer Sondersitzung beraten.

Diese Sicht der Dinge teilt der Oberbürgermeister mit Rainer Schulze. Der Fraktionschef von SPD / Grüne hatte selbst den Vorschlag zur Vertagung ins Gespräch gebracht, die CDU ihn aufgegriffen. Schulzes Begründung : Dadurch hätten jetzt jene, die dem Projekt bislang ablehnend gegenüberstehen, " die Möglichkeit, noch mal neu nachzudenken und sich eventuell umzustimmen ".

" Zeit schinden,

um ein paar Leute

weichzuklopfen "

Der Sozialdemokrat : " Ich denke, dass sowohl Herr Silbersack als auch Frau Dienel bei unserer Beratung am Mittwoch die Bedeutung des Schanzenhauses für den Landessportbund deutlich gemacht haben. " Die von And-reas Silbersack, Präsident der Vereinigung, und Sozial-Staatssekretärin Christiane Dienel vorgebrachten Argumente zeigten, dass die Bedeutung der Angelegenheit " weit über die Interessen der Stadt hinausreichen ". Schulze : " Das hat bisher ja noch keine Rolle gespielt. "

Ziemlich einsilbig wirkte da Oliver Franke gegenüber der Volksstimme. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion bestätigte lediglich die Vertagung " auf Antrag von Frau Gorr ". Ansonsten müsse er zunächst " intern ein kleines Problem klären ", ehe er sich näher äußern könne. Franke versprach einen Rückruf. Dabei blieb es allerdings. Auch Angela Gorr, auf deren Initiative der Blitz-Termin am Mittwoch stattgefunden hatte, war gestern gänzlich verstummt. Dabei hatte sie zuvor noch eine Pressemitteilung für den Tag der Stadtratssitzung angekündigt.

" Ich weiß es nicht, was das soll ", reagierte Helmut Porsche mit einigem Unverständnis auf die Verschiebung. Der Fraktionserste von Haus & Grund / FDP bekräftigte das Nein seiner drei Abgeordneten. Ein Votum am 8. Oktober,

sagte Porsche, " muss ja dann nicht so sein, dass alle dafür sind ".

Thomas

Schatz ( Linke ) war " enttäuscht, dass das auf die lange Bank geschoben wird ". Der Vorsitzende des Finanzausschusses und Vize-Fraktionschef : " Es geht nur darum, Zeit zu schinden, um ein paar Leute weichzuklopfen. " Und : " Wir sind gespannt, welche neuen Erkenntnisse es da geben soll. " Im Übrigen wolle er rechtlich prüfen lassen, ob Peter Gaffert als Vorstand eines Skisportvereins beim " Schanzenhaus " sogar befangen und somit nicht berechtigt sei, mit darüber abzustimmen. Übrigens