Klaus-Dieter Krebs von der Suchtberatung in Wernigerode hat mit zwölf weiteren Experten den Arbeitskreis " Betriebliche Suchtkrankenhilfe Harz " gegründet. Wohlwissend, dass sich die Alkoholsucht auch in dieser Region so weit entwickelt hat, dass jeder zehnte Arbeitsnehmer gefährdet ist.

Wernigerode. Was mit dem Feierabendbierchen beginnt, kann zur Sucht werden. Nicht selten endet die Alkoholabhängigkeit mit dem Verlust des Jobs. " Die Trinkkultur in Deutschland hat sich so entwickelt, dass nahezu jeder in die Situation einer Alkoholabhängigkeit geraten könnte ", schätzt Klaus-Dieter Krebs ein. Im gleichen Atemzug ergänzt der Leiter der Psychosozialen Beratungs- und Behandlungsstelle in der Degener Straße in Wernigerode : " Statistisch gesehen ist jeder zehnte Arbeitnehmer alkoholgefährdet. " Für Krebs alarmierend und Anlass genug, gemeinsam mit weiteren Fachleuten und Unterstützung des Diakonie-Krankenhauses Elbingerode den Arbeitskreis " Betriebliche Suchtkrankenhilfe Harz " zu gründen.

Die insgesamt 13 Mitglieder erstellten zunächst ein umfangreiches Konzept. Zu den Aufgaben gehören Hilfsangebote für Betriebe, um über das Problem Alkoholsucht aufzuklären. " Der jährliche Pro Kopf-Verbrauch in Deutschland an reinem Alkohol entspricht in etwa dem Konsum von 25 Flaschen Doppelkorn ", weiß Klaus-Dieter Krebs. Für ihn sei das eindeutig zu viel. Denn knapp 8 Millionen Männer und Frauen würden in Deutschland einen missbräuchlichen Umgang mit Alkohol pflegen, bei etwa 9 Millionen Menschen sei der Konsum riskant. Krebs : " Das Trinkverhalten in der Gesellschaft fördert teilweise die Entwicklung einer Alkoholsucht. " Trete der Fall ein, werde der Betroffene oftmals ausgegrenzt, " auch im Berufsleben ".

Hier wolle die " Betriebliche Suchtkrankenhilfe Harz " ansetzen und gefährdeten Mitarbeitern in Firmen helfen. " Dafür ist es notwendig, betriebsinterne Lobbyarbeit zu leisten ", so Bernd Dreikluft. Gemeinsam mit Klaus Welz fungieren beide neben ihrer beruflichen Tätigkeit in ihren Firmen als ehrenamtliche betriebliche Suchtbeauftragte. " Der Arbeitskreis soll an die Unternehmen herantreten und Aufklärung leisten, denn die Position eines Suchtbeauftragten sollte in jedem Arbeitsumfeld eingerichtet werden ", plädiert Bernd Dreikluft. Außerdem sei es notwendig, dass Alkoholsucht als das angesehen wird, was sie auch ist : " eine anerkannte Krankheit ".

Neben der Hilfe für Betroffene bietet der Arbeitskreis auch Seminare an, in denen Führungsleute lernen, wie sie mit einer solchen Situation in ihrem Betrieb umgehen können, und welche Hilfe sie leisten könnten, " bevor der betroffene suchtgefährdete oder -kranke Mitarbeiter aufgegeben und entlassen wird ", so Klaus-Dieter Krebs.

Weitere Informationen zum Arbeitskreis unter Telefon ( 0 39 43 ) 26 16 60.