Zum zweiten Mal nach 2008 hatte die Stadtverwaltung zu einem Parkpfl egeseminar in Wernigerodes historischen Tiergarten eingeladen. Gut 25 freiwillige Helfer folgten am Sonnabend dem Aufruf und hinterließen sprichwörtlich ihre Spuren auf dem reichlich 80 Hektar großen Gelände.

Wernigerode. Bei der Premiere vor einem Jahr hatten gut 100 Experten aus ganz Deutschland im historischen Tiergarten mit Hand angelegt. Diesmal sollte das Parkpfl egeseminar vor allem Bewohner der bunten Stadt am Harz ansprechen. Immerhin 25 Teilnehmer folgten der Einladung. Eine Resonanz, mit der sich Gartenamtsleiter Frank Schmidt recht zufrieden zeigte. Gemeinsam mit seinen Kollegen vom Bauhof und dem Stadtforst hatte er die Veranstaltung organisiert.

Für jene, die sich am Sonnabendmorgen vor dem Marstall eingefunden hatten, gab es etliches zu tun. Eine Gruppe widmete sich unter Schmidts Leitung der weiteren Sicherung der Tiergartenmauer. Dabei ging es allerdings nicht um deren kompletten Wiederaufbau, so der Experte. Stattdessen glätteten die freiwilligen Helfer das Mauerwerk nach den Vorgaben der Denkmalpfl ege mit historischem Mörtel.

Ein zweiter Trupp unter Leitung von Lydia Seiler beräumte bergeweise Totholz an der sogenannten Delle zwischen Schloss- und Agnesberg, schredderte es und rodete anschließend den Wildwuchs auf den Hängen. Die ehemalige Gartenamtsmitarbeiterin : " Das ist eine Schinderei. " Allerdings zugleich die einzig wirksame Methode, um ungebetenes Grün wie z. B. die wuchernden Ahorne dauerhaft zu entfernen.

Auch auf der Silbertannenwiese wurde emsig gegraben. Hier war sogar ein Minibagger nötig, um über das wuchernde Grün Herr zu werden.

Noch bis weit in das nächste Jahr wird der Landschaftsarchitekt Henrik Hass damit befasst sein, eine denkmalpfl egerische Zielstellung für das reichlich 80 Hektar große Gelände zu entwickeln, erläuterte Frank Schmidt. Allein das Wegenetz ist über 30 Kilometer lang. Hass wird auch die den Tiergarten als Besonderheit prägende Vielzahl von Gedenksteinen in seine Bestandsaufnahme einbeziehen und die Bauwerke, wie z. B. das von Carl Frühling entworfene und 1875 erbaute Spielhaus an der Schlosschaussee. Ebenso berücksichtigt werden die auf historischen Sockeln erneuerten Sitzbänke an den Aussichtspunkten und der wertvolle Baumbestand. Dazu zählen u. a. ein Schierling, eine Zeder mit einem Stammumfang von 1, 20 Meter und die Dank des Schutzes durch umstehende Bäume prächtig gedeihenden Gruppen von Esskastanien.

Ob alle einstigen Bestandteile der Anlage wieder erstehen werden, " steht auf einem anderen Blatt ". Der Gartenamtsleiter : " Das wäre auch überhaupt nicht bezahlbar. " Bereits die gewollte dauerhafte Wiederherstellung des Gesamtensembles als fachsprachlich " Sentimentaler Landschaftspark " bedeutet " eine Aufgabe für Jahrzehnte ". Übrigens

Benzingerode ( im ). Beim " Stadtradeln & Co. " waren vom 1. bis zum 21. September erstmals auch zwölf Benzingeröder dabei. Laut Ortsbürgermeister Siegfried K. Müller erstrampelten sie im Team " Turm-Radler " in dieser Zeit " die beachtliche Strecke von 3000 Kilometern ". Müller : " Dafür gebührt ihnen eine große Anerkennung. "