Geht es nach dem Willen von 237 Schülern des Gymnasiums " Am Thie " würde statt Heike Brehmer ( CDU ) der SPDKandidat Andreas Steppuhn in den Bundestag einziehen. Bei der Juniorwahl 2009 am GAT war er der klare Sieger. Blankenburg. Offi ziell durften sie noch nicht wählen, aber das hielt 237 Schüler der Klassen 8 a bis 11 c des Gymnasiums " Am Thie " ( GAT ) nicht davon ab, trotzdem ihre beiden Stimmen zur Bundestagswahl abzugeben. Möglich machte dies die Juniorwahl 2009.

Und dabei lief alles ab, wie im richtigen Leben : Wahlleiter Karl-Heinz Meyer – sonst Fachlehrer am GAT – standen in der vergangenen Woche mehrere Wahlhelfer der zwölften Klassen zur Seite, die vom Einsammeln der Wahlbenachrichtigungskarten, über die Eintragungen ins Wählerverzeichnis bis hin zur Wahlniederschrift den Urnengang so abwickelten, wie am vergangenen Sonntag bei der richtigen Bundestagswahl. Einziger Unterschied : Statt Wahlzettel auszufüllen, konnten die angemeldeten Gymnasiasten online im Internet wählen. Über einen individuellen Zugangscode wurde sicher gestellt, dass die Wahl geheim und sicher ablief – ein Klick auf ihre Wunschpartei und ihren Wunschkandidaten genügten. " Das Ergebnis ist hoch interessant. Daran können die Parteien deutlich ablesen, ob sie Jugendliche und Schüler auch erreicht haben ", so Karl-Heinz Meyer.

Demnach trifft das im GAT vor allem auf SPD ( 21, 22 Prozent ), Linke ( 20, 75 ) und CDU ( 19, 33 ) zu, die nur vier Stimmen auseinanderliegen. Die Partei Bündnis 90 / Die Grünen ( 15, 56 ) kommt im Vergleich zum Ergebnis der Erwachsenen überdurchschnittlich gut bei der Jugend an. Bei den Direktkandidaten punktete vor allem Andreas Steppuhn, der sagenhafte 41, 14 Prozent verbuchte und weit vor Elke Reinke ( 19, 61 ), Undine Kurth ( 17, 22 ) und Heike Brehmer ( 14, 82 ) lag.

Für Karl-Heinz Meyer ist dies auch nicht verwunderlich : " Unsere Schüler hatten ja die einmalige Chance, die Direktkandidaten persönlich bei unserem Erstwählerforum kennenzulernen und sich ihre Meinung zu bilden. "

Bundesweit beteiligten sich 246 416 Jugendliche aus 1042 weiterführenden Schulen sowie deutschen Auslandsschulen an der Juniorwahl. Geht es nach ihnen, sind übrigens Bündnis 90 / Die Grünen Wahlsieger mit 21, 04 Prozent, gefolgt von der SPD ( 19, 22 Prozent ) und der Union mit 19, 11 Prozent. Während die FDP immerhin noch auf 10, 57 Prozent kommt, spielt die Linke gegenüber der echten Bundestagswahl nur eine untergeordnete Rolle. Sie schafft lediglich magere 8, 78 Prozent und ist damit sogar noch schlechter als die " Piraten " ( 12, 18 ).