Hunderte Besucher sind an den drei Tagen des historischen Wochenendes in die barocken Gärten zwischen großem und kleinem Schloss geströmt. Sie erwartete von Freitag bis Sonntag ein vielfältiges Programm – von Musik wie zu Zeiten des Barocks bis hin zur Besichtigung des Großen Schlosses und einem Feuerwerk war alles vertreten. Und das war nur ein kleiner Ausschnitt des Programmes.

Blankenburg. " Ich schätze es insgesamt als sehr gut ein ", bewertete Chef-Organisator Hans Joachim Schulze das mittlerweile neunte historische Wochenende. In diesem Jahr sei mehr Programm geboten worden, setzte er nach. Und das hat wohl das Publikum honoriert, denn, so Schulze, es erschienen mehr Besucher als im Vorjahr. An den drei Tagen – Freitag, Sonnabend und Sonntag – strömten mehrere Hundert in die barocken Gärten und die Schlösser der Blütenstadt.

Wer bei einem historischen Wochenende in Blankenburg nicht fehlen darf, das sind die in barocke Gewändern gekleideten Teilnehmer. Angereist sind rund 70 historisch Gewandete einer überregionalen Interessengemeinschaft, berichtete Norbert Arbanowski, der einen Feldwebel der Preußischen Armee verkörperte. Als solcher ließ er eine handvoll " Soldaten " mit Steinschlossgewehren und Dreispitz auf dem Kopf vor zahlreichen Besuchern exerzieren. " Gewehr bei dem Fuße " ertönte es aus seinem Mund – und nach den obligatorischen Trommelschlägen führten die " Preußen " das Kommando dann auch aus. Ganz nebenbei erläuterte er das Exerzieren und die militärische Taktik des 18. Jahrhunderts. Beim Angriff marschierten die Soldaten in einer Reihe auf den Feind, gleichzeitig schießend, zu. Die Preußen konnten damals in der Minute drei Schuss abgeben. Arbanowski : " Die Zielgenauigkeit war nicht allzu groß. " Und daher rührte auch das noch heute bekannte Sprichwort : " So schnell schießen die Preußen nicht ", erklärte der " Feldwebel ". Denn zwar schossen die Feinde damals nicht so schnell, aber ihre drei Schuss in der Minute konnten die Preußen im Gefecht auch nicht unbedingt einhalten.

Neben den Soldaten tummelten sich in den Gärten etliche Zivilpersonen, ebenfalls gekleidet wie es im Barock üblich war. Darunter zeigten sich auch der " Alte Fritz ", August der Starke und Attila der Hunnenkönig der Öffentlichkeit.

Neben den historisch Gekleideten gab es ebenfalls zahlreiche moderne Festteilnehmer. So begeisterte das Landespolizeiorchester aus Magdeburg unter Leitung vom Ersten Polizeihauptkommissar Uwe Stein das Publikum. Auch die Heimatgruppe Elbingerode zog mit ihren Volks- und Harzliedern nicht weniger Leute in den Bann.

" Die Musik ist sehr schön ", waren Ursula und Karl Görner begeistert. Die beiden Blankenburger besuchen das historische Wochenende jedes Jahr. Ebenfalls voll des Lobes war Matthias Wallnisch. Der Wernigeröder sei das erste Mal zu einem historischen Wochenende in die Blütenstadt gefahren. Nicht nur von der Musik und den Gewandeten begeistert zeigten sich Natalja Schtscheglowa, Anastasia Lapytsko sowie Alina Bondarewa. Den drei Mathematikerinnen aus Weißrussland, die übrigens das erste Mal in Blankenburg weilten, gefielen auch die beiden Schlösser und die Gärten sehr gut.

Ebenfalls das erste Mal dabei war die Jagdgenossenschaft Hüttenrode. Erschienen waren aber nicht die Jäger, sondern die Grundeigentümer, auf deren Grund das Wild geschossen wird, darauf legte deren Vorsitzender Manfred Busse besonderen Wert. Und die blieben bei ihrer Vorstellung nicht tatenlos : Evelin Marquordt, Gudrun Wieckert, Ilse Hohmann und Marlies Kramer zeigten eine alte Kunst, nämlich das Binden einer Erntekrone. Diese soll dann am 3. Oktober, dem Tag des Erntedankfests in Hüttenrode, präsentiert werden. Mit den Worten " Willkommen im Schloss-Hotel " begrüßte Nadine Heumann von der Firma CIC Projektmanagement interessierte Besucher auf der Baustelle in der ehemaligen Schlosskaserne. Sie erläuterte unter anderem an einem Grundriss und Computerbildern wie das Hotel später einmal aussehen soll. " Das Interesse war sehr groß ", wertete Nadine Heumann und berichtete, dass sich zahlreiche Baustellenbesucher einen Tag der offenen Tür wünschten.