Das Team der Kreisvolkshochschule Harz in der Wernigeröder Filiale sollte den Semesterstart am 24. August eigentlich in der Bahnhofstraße 39 vollziehen. Der Umzug aus dem bisherigen Sitz Unterm Ratskopf 53 hat sich allerdings verzögert. Bis Ende September dient die Villa deshalb noch als Lern-Provisorium.

Wernigerode. Dutzende Kartons, randvoll mit Papier, stapeln sich unter dem Dach der Villa Unterm Ratskopf 53.

Eigentlich wollten die Mitarbeiter der Wernigeröder Filiale der Kreisvolkshochschule ( KVHS ) Harz längst in die Bahnhofstraße 39 ( zuletzt Sozialamt ) umgezogen sein. " Nur leider kann der Termin Semesterbeginn am 24. August nicht gehalten werden ", bedauert Gerlinde Schöpp. Die Geschäftsführerin der Bildungseinrichtung gestern : " Wir sind gebeten worden zu warten. "

Für diese " etwas missliche Lage " wirbt die Schulchef n bei den Teilnehmern um Verständnis. Wahrscheinlich kann das neue Domizil bis Ende September bezogen werden. Gerlinde Schöpp : " Eventuell müssen wir ein paar Tage schließen. "

Für das Dozententeam ist das Warten allerdings noch aus zwei weiteren Gründen angespannt. Da wäre zunächst die Baustelle vor der Tür. Die Geschäftsführerin : " Dadurch sind wir schwerer erreichbar. " Und : " Es gibt schon einen neuen Eigentümer. " Dieser hat sich allerdings " netterweise großzügig und kulant " gezeigt. Die KVHS darf im Gebäude bleiben, bis die Bahnhofstraße endlich bezugsfertig ist. Einzige Bedingung : " Wir müssen die Tür verschlossen halten. " Momentan wird Besuchern nur geöffnet, wenn sie sich im Haus unter Telefon ( 0 39 43 ) 6 91 50 melden. Gerlinde Schöpp : " Wir werden Klingeln anbringen. "

Nicht betroffen von den Einschränkungen sind zwar die Nutzer des Flachbaus auf dem Gelände. Dennoch hat die Verzögerung erhebliche Auswirkungen. Gleich in der ersten Woche sollen 15 Kurse mit insgesamt etwa 150 Teilnehmern starten. Bis Ende September steigert sich dies auf 36 Fortbildungen. Die KVHS-Chef n : " Das ist der Plan. Der hängt aber von den Anmeldungen ab. " Immerhin sind bereits Gerüchte im Umlauf, dass die Außenstelle Wernigerode mit dem Verlassen des Gebäudes Unterm Ratskopf sterbe. Standortleiterin Inge Homann hat deshalb eigenem Bekunden nach " viele Anfragen gehabt ".

Dabei sind die Mitarbeiter glücklich, das alte Gemäuer endlich verlassen zu können. Seit dem Einzug im Februar 1991, so Inge Homann, " war das immer nur ein Provisorium ". Gerlinde Schöpp ergänzt : " Wir weinen der Villa keine Träne nach. " Denn : " Dieses Haus vermittelt nicht das Ambiente einer modernen leistungsfähigen Bildungseinrichtung. Bis hin zum Geruch. "

Die neuen Räume im Ex-Sozialamt hingegen, die im Erdgeschoss und ersten Stock bezogen werden, dürften das Image der KVHS deutlich aufwerten. Die Geschäftsführerin : " Wir werden da auch mehr Publikumsverkehr haben. " Die zentralere Lage und das reichliche Angebot an Parkplätzen bieten dafür eine gute Gewähr.

" Es war von vornherein klar, dass der Umzug nicht bis zum Semesterbeginn stattf nden kann ", erklärte Carola Kalks-Gebhardt auf Nachfrage. Von Verzögerung sei demnach keine Rede, so die Vize-Amtsleiterin der zentralen Gebäudeverwaltung der Harzer Kreisverwaltung. Im Gegenteil : " Was jetzt geschieht, läuft alles planmäßig. " Der Umzug ist zum 1. Oktober vorgesehen. Bis dahin gäbe es noch bauliche und technische Veränderungen.

Gerlinde Schöpp versichert derweil, am neuen Sitz dann umgehend zu einen Tag der offenen Tür zu veranstalten. Dafür nimmt sie " den jetzigen Unbill " gern in Kauf.