Wernigerodes Stadtforst ist komplett. Mit der Übergabe von rund 6, 2 Hektar Wald und Wiese unterhalb des Schlossberges am Tiergarten konnte der 2002 begonnene Flächentausch abgeschlossen werden. Die erfolgreich geführten Verhandlungen sind vor allem für die touristische Nutzung des Areals von erheblicher Bedeutung.

Wernigerode. Es war für beide Seiten ein gutes Geschäft, betonten Peter Gaffert und Hans-Egbert von Arnim am Freitag bei der Unterzeichnung der Vereinbarung.

Die Stadt darf mit der Übernahme der letzten 6, 2 Hektar Wald und Wiesen das 2002 begonnene Kapitel Flächentausch endgültig abschließen, freute sich Wernigerodes Oberbürgermeister. Gerade im Hinblick auf die touristische Entwicklung ist der jetzt mit einer Gesamtfläche von 2065 Hektar komplette Stadtforst ein wichtiges Pfund zum Wuchern. Zudem kann die Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH ( BVVG ) als bisheriger Eigentümer mit den sogenannten Splitterflächen wirtschaftlich nichts anfangen. Gaffert : " Wir haben es nicht geschenkt bekommen, aber wir können zufrieden sein. " 10 000 Euro mussten die Wernigeröder dafür löhnen, präzisierte der Rathauschef auf Volksstimme-Nachfrage.

Dabei handelt es sich um einen " symbolischen Preis ", da weit unter dem Verkehrswert gelegen, betonte auch Magdeburgs BVVG-Niederlassungsleiter Hans-Egbert von Arnim. Sein Unternehmen ist mit der Übergabe dem noch von der letzten Volkskammer erteilten Auftrag nachgekommen, so zu privatisieren, dass ökologische und ökonomische Belange Berücksichtigung finden. Zugleich wurden im Rahmen des Tausches die Flächen des Nationalparks Eigentum des Landes und können dadurch in ihrer Einzigartigkeit geschützt werden. Im Übrigen waren von der vor sieben Jahren begonnenen freiwilligen Aktion insgesamt 950 Hektar betroffen.

Die letzten " Splitter " befinden sich am Tiergarten unterhalb des Schlossbergs im Bereich Silbertannen- und Schützenwiese. Seit Juli läuft hier ein in Regie der Arbeitsförderungsgesellschaft Harz stehendes Kommunal-Kombi-Projekt mit 14 Frauen und Männern, berichtete Michael Selmikat. Die Beschäftigten schneiden in den nächsten drei Jahren Wege und Aussichtspunkte frei, mähen regelmäßig, sichern Hänge und stellen historische Steine wieder auf, erläuterte Wernigerodes Stadtforstchef. Auch die zwischen 1747 und 1762 aus Rogensteinen errichtete Tiergartenmauer soll vom Gestrüpp befreit und gesichert werden.

" Wir haben uns immer um die Beschilderung gekümmert. Egal, wer Eigentümer war ", erklärte Volker Friedrich. Der Vorsitzende des Harzklub-Zweigvereins Wernigerode zeigte sich dennoch mit der endgültigen Lösung des Problems zufrieden. Gerade auch wegen der Frage der Verkehrssicherungspflicht, so Friedrich, " ist das für alle Beteiligten eine günstige Geschichte und insgesamt eine gute Sache ".

Dies dürften Wanderer auch so sehen, durchschreiten sie doch das Buchenwaldgebiet Wernigerode-Blankenburg.

" Das ist botanisch sehr wertvoll ", wie Michael Selmikat verriet.