Mit allen Sinnen genießen ? Wo ginge das besser als gerade zu dieser Jahreszeit in den verschiedenen Gärten des Klosters Drübeck, einer echten Harzperle ! Auch nach der beliebten " Romantischen Nacht " ist die Anlage einen Ausfug wert. Nicht nur, aber eben auch, seitdem der Begriff der " Entschleunigung " zur Zauberformel für gestresste Städter geworden ist.

Drübeck. Die Bäume biegen sich unter der Last der verschiedenen Obstsorten. Auf verschlungenen Wegen wandeln immer wieder entzückte Besucher auch und gerade durch die gepf egten Außenanlagen. Buchsbaumhecken trennen die Pfade von den seit Wochen eindrucksvoll blühenden Rosen. Wen wundert es, dass man sich über mangelnde Resonanz in dem Drübecker Kleinod wahrlich nicht beklagen kann !

Hinter den uralten Klostermauern fühlt man sich automatisch wie in einer anderen Welt - nicht nur, aber gerade in den fünf Gärten der Stiftsdamen. Dort befnden sich jeweils auch die kleinen, bewusst schlicht gehaltenen Gebetshäuser. Die Äbtissin ( die letzte starb 1955 ; danach hörte das Damenstift auf zu existieren ) hatte an anderer Stelle ihren eigenen Garten, selbstverständlich deutlich größer. Diesen gibt es nachweislich seit 1737. Damals war das Gartenkonzept komplett erneuert worden, so Geschäftsführer Pfarrer Christoph Carstens im Gespräch mit der Volksstimme.

Insofern können Besucher davon ausgehen, dass die heutige Wegeführung exakt jener aus dem 18. Jahrhundert entspricht. Zumindest das gab der heute noch existierende Original-Plan her. Leider f ndet sich darauf keinerlei Hinweis, womit genau die einzelnen Bereiche im Spätbarock beziehungsweise Frühklassizismus bepfanzt waren. Eine einzige, nämlich die älteste Gartenbank der gesamten Klosteranlage ( vermutlich aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts ) wurde dutzendfach repariert. Jetzt kann sie als Vorbild für weitere dienen, die in den Gärten nach und nach aufgestellt werden.

Der " Garten der Äbtissin " ist dreigeteilt : Er besteht aus dem Rosengarten ( Anfang des 20. Jahrhunderts mit einem kleinen Springbrunnen angelegt ), dem bewirtschafteten Obstgarten ( die meisten Bäume gibt es heute nicht mehr ) sowie dem f ächenmäßig größten Garten mit dem Eibendom. Das Ganze direkt über der Wegvierung, dem Symbol des Kreuzes, welches sich im Schatten der Bäume deutlich abzeichnet. Letztere sollen mindestens 150 Jahre alt sein. Das sogar zweistöckige Gebetshaus der Äbtissin sucht man heute allerdings vergebens. Auf historischen Plänen ist es aber sehr wohl eingezeichnet. Mittel- und langfristig könnte es wieder aufgebaut werden. Entsprechende Planungen stehen aber noch aus.

Selbst für den Pfarrer etwas überraschend : Die Äbtissin hatte direkt neben dem wieder angelegten Mühlbach ein eigenes Baumhaus ! Das Ganze selbstverständlich ohne Strick-, sondern mit einer ganz normalen Leiter nach oben. Auf dem kleinen Podest hat sie sich zurückgezogen oder Gäste empfangen.

Der sanierte Bachlauf teilt den früheren " Garten der Stille " ( heute befndet er sich im hintersten der fünf Gärten der Stiftsdamen ) vom eigentlichen Obstgarten. Der Rosengarten mit dem danebenstehenden Gewächshaus kam erst sehr viel später hinzu.