Am 1. August 2008 trat Peter Gaffert die Nachfolge von Ludwig Hoffmann als Wernigerodes Oberbürgermeister an. Im Gespräch mit der Harzer Volksstimme zog der Rathauschef jetzt eine Bilanz zu seinen ersten zwölf Monaten an der Spitze der Verwaltung.

Wernigerode. " Das war für mich schon ein ziemlicher Sprung ins kalte Wasser, aber auf sicheres Land. " Peter Gaffert sieht sich selbst als " Quereinsteiger in die Kommunalpolitik ". Dass er nach einem Jahr Amtszeit eine gelungene Bilanz ziehen kann, so der Oberbürgermeister, hat vor allem einen Grund. " Es ist mir sehr leicht gemacht worden von den Wernigerödern und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung. "

Eines der wichtigsten Themen seiner ersten Monate im Rathaus war die Gebietsreform. Die Entscheidung der Schierker für die Stadt " hat viel Kraft gekostet ". Dennoch : " Das war ein ambitioniertes Unterfangen. Dafür konnte der Prozess in relativ kurzer Zeit abgeschlossen werden. " Und : " Ich will auch Reddeber nicht verschweigen, obwohl sich das etwas nach hinten verschoben hat. "

Auf der Habenseite verbucht der Oberbürgermeister ebenso die erfolgreichen Verhandlungen über das ehemalige Katasteramt mit dem Land. Das " neue Rathaus " ist aus seiner Sicht " ein Schritt nach vorn " auf dem Weg zum Ziel Konzentration der Verwaltung. Peter Gaffert : " Die absolut überwiegende Zahl der Mitarbeiter dort fühlt sich wohl. "

Auch an Wernigerode geht die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise nicht spurlos vorbei, vermerkt der Oberbürgermeister sodann. Dennoch ist es erfreulich, dass renommierte ortsansässige Unternehmen wie KSM, Wergona und Pharma Wernigerode " trotz schwieriger Lage " zuletzt in erheblichem Umfang investiert haben. Peter Gaffert : " Das ist ein ganz wichtiges Zeichen. " Zudem zeigt es, dass der Standort ein gutes Image besitzt.

Dies soll er auch auf dem kulturellen Sektor behalten. Der Rathauschef : " Wir dürfen nicht innehalten und müssen alles dafür tun. "

" Das ‘ neue Rathaus ‘ ist ein Schritt

nach vorn "

Womit der Bogen zu den angenehmen Dienstpf ichten der ersten zwölf Monate gespannt ist. So u. a. als Gastgeber für das Johannes-Brahms-Chorfestival, das vasten-kolleg und die Eröffnung des Miniaturenparks " Kleiner Harz ". Gaffert : " Damit haben wir ein großes Projekt gestemmt. Ich denke, dass die Entscheidung meines Vorgängers Ludwig Hoffmann richtig war. " Jetzt geht es darum, Synergieeffekte mit dem Bürgerpark zu erzeugen.

" Für mich war ja alles das erste Mal ", vermerkt der Oberbürgermeister für sich als Fazit. Und : " Ich lerne heute noch jeden Tag dazu. "

Die Vorausschau auf die nun angebrochenen zweiten zwölf Monate klingt da schon weniger unbeschwert. Peter Gaffert : " Die Frage ist, wie geht es mit dem neuen Rat weiter ? Ich appelliere, dass sich alle an ihren Eid erinnern, sich zum Wohle der Stadt zu engagieren. " Denn : " Wir brauchen konstruktive Diskussionen und Anregungen. "

Dies gilt gleichermaßen für die weitere wirtschaftliche Proflierung über Wernigerode hinaus. Gaffert : " Ich sehe dort Defzite. Wir benötigen eine konzertierte Aktion für mehr Innovation. "

Als weiteren Schwerpunkt für die künftige Arbeit nennt der Oberbürgermeister die Integration der neuen Ortsteile. Investiv wird die Stadt hierbei besonders in Schierke gefordert sein. Ein Konzept dafür wird derzeit entwickelt. Gleiches gilt für den Weihnachtsmarkt. Ab 2010 soll er " nach und nach modernisiert werden ".

" Die Frage ist, wie

geht es mit dem

neuen Rat weiter ?"

Etwa eine Stunde lang spricht Peter Gaffert über Vergangenheit und Zukunft. Immer wieder betont er dabei zwei Punkte. Für alles, was bislang unter seiner Führung gelungen ist, steht immer das gesamte Team. Und : Die Voraussetzungen dafür hat sein Amtsvorgänger Ludwig Hoffmann geschaffen.

" Wernigerode ist es wert, dass man sich dafür engagiert ", betont der Rathauschef zum Abschluss. Überrascht hat ihn dabei nur eines : Die Vielzahl der öffentlichen Repräsentationstermine.