Dardesheim ( jbh ). 15 Journalisten aus vier asiatischen und vier afrikanischen Ländern besuchten am vergangenen Wochenende den Dardesheimer Energiepark Druiberg.

Die Bildungsreise wurde organisiert vom internationalen journalistischen Institut des entwicklungspolitischen Trägers Inwent aus Berlin im Rahmen der Nord-S üd-Aktivitäten des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit. Im Einzelnen kamen jeweils drei Teilnehmer aus Indonesien und Vietnam, je zwei aus Bangladesh und Tansania sowie jeweils eine Person aus China, Kenia, Nigeria und Sambia. Voraussetzung für die Teilnahme an dieser zweimonatigen Fortbildung war, dass die Journalisten in ihren Heimatländern zuvor bereits mindestens vier Jahre in der Berichterstattung zu Umwelt themen gearbeitet hatten.

Nach einmonatiger theoretischer Seminararbeit in Berlin zu internationalen Umweltthemen wie Klimawandel, Ressourcengrenzen und Regenwaldschutz hatten die Teilnehmer in der vergangenen Woche bereits Exkursionen zum Chemie-Unternehmen Bayer in Ludwigshafen, zum Fraunhofer-Institut für Solarenergie in München oder zum Braunkohletagebau in der Lausitz hinter sich.

Der technische Leiter des Energieparks, Thomas Radach, gab zunächst allgemeine Informationen über dessen Entstehungsgeschichte und der Solarprojekte in der Stadt. Mit von der Partie war ebenfalls Jason Selfe vom Welt-Windenergieverband WWEA aus Bonn, der für Fragen zu den weltweiten Chancen der Windenergie zur Verfügung stand.

Bei der anschließenden Busrundfahrt durch den Park bis zum Aussichtspunkt gab es Ausführungen zu den verschiedenen Anlagengrößen, angefangen vom allerersten 80-Kilowatt-Windradüberdieebenfalls schon historischen 250 Kilowatt-Zweif ügler-Anlagen bis zu den neueren Maschinen mit 2000 oder gar 6000 Kilowatt Leistung.

Auf dem Aussichtspunkt führte Bernd Knoop vom Baderslebener Windparkbeirat den Elektrogolf des Windparks vor. Hier gab es intensive Nachfragen der ferngereisten Besucher über die Serienreife des elektrischen Autofahrens mit Wind- und Solarenergie, auch ein zukünftiges Hoffnungssegment für energieabhängige Entwicklungs- und Schwellenländer ohne eigene Öl- und Gasreserven.

Nach der Bustour ging es durch Dardesheim, vorbei an Solaranlagen zur regenerativen Stromtankstelle und zum Ratskeller. WWEA-Vertreter Jason Selfe gab dort Informationen zum Wachstum der erneuerbaren Energien. Anders als die zunehmend knapper und teurer werdenden Öl- und Gasressourcen seien die Kosten der Windund Sonnenenergie aufgrund der steigenden Anlagenzahlen kräftig gesunken und regenerativen Energien überall unbegrenzt verfügbar. Dass mittlerweile Länder wie China, Indien und Brasilien kräftig in Windund Sonnenenergie investieren, werde anderswo aufmerksam wahrgenommen und als Chance für die eigenen aufstrebenden Volkswirtschaften gesehen, wie die Journalisten bestätigten.