Der Förderverein für die Landesgartenschau Wernigerode steht am Scheideweg. Soll er sich selbst aufl ösen, nachdem er sein Ziel, das Vorbereiten und Ausrichten der " Blumen-Olympiade " zu unterstützen, erfüllt hat ? Oder soll er sein bisher erfolgreiches Engagement breiter fassen, sich aller Wernigeröder Parks und Gärten annehmen ? Alle Vereinsmitglieder werden dazu schriftlich befragt.

Wernigerode. Das Ausscheiden von Frank Schröder als Geschäftsführer der Landesgartenschau GmbH, ( inzwischen in Park und Gärten GmbH unbenannt ), führte zu Irritationen unter den Mitgliedern. Die Entwicklung des Geländes hin zum Bürgerpark sei eng mit dem Engagement des früheren Geschäftsführers verbunden gewesen, hieß es in der teils sehr emotional geführten Versammlung. Ein Mitglied kündigte sogar seinen Austritt an. Die bewährten geselligen Veran staltungen einschließlich der Fahrten könnten auch unabhängig vom Gartenschauverein organisiert werden, meinte er.

Frank Schröder erklärte zur Freude vieler der Versammelten seine Bereitschaft, weiter im Verein mitzuarbeiten. Er hob hervor, dass der Förderverein jährlich rund 25 000 Euro an Spendengeldern zusammengetragen habe. Das Werden und Wachsen des Bürgerwäldchens habe man unterstützt und sei bei der von der Harzer Volksstimme unterstützten Aktion " Höfe halten Hof " aktiv. Sowohl Wernigerodes Ex-Oberbürgermeister Ludwig Hoffmann als auch GartenamtschefFrankSchmidt unterstrichen, der Förderverein werde weiter gebraucht.

Schröder-K ündigung

irritiert Mitglieder

Die Vorstandsmitglieder Klaus Kirchner und Frank Schröder hatten die rund 100 Mitglieder des Fördervereins Landesgartenschau zur Versammlung eingeladen. Laut Satzung hätten 75 anwesend sein müssen, um weitreichende Beschlüsse fassen zu können. Am Mittwoch nahmen knapp 40 Mitglieder an der Zusammenkunft teil. Darum sollen nun alle Förderer schriftlich befragt werden, wie sie sich die Zukunft ihres Vereins vorstellen. Auf dieses Verfahren einigten sich der Vorstand und anwesende Mitglieder.

Vereinsvorsitzender Klaus Kirchner erinnerte daran, dass sich der Förderverein 2001 konstituiert hatte. Seine Mitglieder hätten ihr großes Engagement besonders ab jenem Zeitpunkt gezeigt, als Wernigerode den Zuschlag für die Landesgartenschau bekommen hatte. Sie hätten tatkräftig die Vorbereitung dieses großen Ereignisses und des Gartenschaugeländes unterstützt. Vielerlei Aktivitäten seien von den Mitgliedern ausgegangen, einige wurden nochmals erwähnt. So seien die Förderer sogar nachts aktiv geworden, als ihre Hilfe benötigt wurde. Nach der erfolgreichen Landesgartenschau seien die Aktivitäten allerdings weniger geworden, räumte Kirchner ein.

Die jetzigen Weichenstellungen sind unabhängig von der personellen Veränderung an der Spitze der städtischen Grün-Gesellschaft notwendig geworden, stellte der Vereinsvorsitzende fest. Wegen der in der Satzung festgeschriebenen Vereinsziele dränge auch das Finanzamt auf eine Klärung.

Verein für alle Parks

und Gärten der Stadt

Erfreut zeigte sich Klaus Kirchner, dass sein Mitstreiter Frank Schröder auch künftig im Verein mitarbeiten wolle. Diese Zusage fand viel Unterstützung, darunter von Erdmute Clemens als Chefi n der Wernigeröder Tourismus GmbH. Einig waren sich die Vereinsmitglieder, es sei weiter notwendig, dass sich engagierte Bürger für ihre Parks und Gärten einsetzen, Veranstaltungen organisieren und um Sponsorengeld werben. Dies werde angesichts der Wernigeröder Finanzlage in den kommenden Jahren wichtiger.

Kulturdezernent Andreas Heinrich, der übrigens auch die Arbeit von Frank Schröder würdigte, zugleich aber um Verständnis für die personelle Veränderung warb, wünschte sich, dass sich auch in Zukunft Bürger weiter für ihre Stadt engagieren. Frank Schmidt sprach sich vehement dafür aus, dass sich der Verein weiterführenden Aufgaben stelle, vielleicht mit dem Namen Förderverein Wernigeröder Parks und Gärten. Dann könne er sich der Förderung aller hiesigen Parks und Gärten, so beispielsweise auch des Minslebener Gutsparks, annehmen.