Ein Treffen von mehreren Spielmannszügen ist im Normalfall nicht zu überhören. Die Veckenstedter Musikanten des Spielmannszuges des SV " Fortschritt " gingen dennoch auf Nummer sicher, und begannen ihr Treffen am Sonnabend um 10 Uhr mit einem musikalischen Sternmarsch durch den Ort.

Veckenstedt. Viele Veckenstedter waren am Sonnabend auf den Beinen, um dem Spielleutetreffen auf dem Anger beizuwohnen. Auf dem zentralen Festplatz der Nordharzgemeinde waren schon seit morgens 5 Uhr die Helfer auf den Beinen. Sitzgelegenheiten wurden aufgestellt, der Versorgungsstand eingerichtet – Arbeit gab es genug. Andere Helfer standen derweil am heimischen Herd, backten Kuchen oder machten sich anderweitig für das Fest nützlich. Neben den Spielleuten selbst waren vor allem die Feuerwehr, der Männerchor und die Schützenbruderschaft des Ortes aktiv.

Ilsenburger als Überraschungsgäste

Als das eigentliche Treffen begann, waren einige der Gastgeber schon ganz schön geschafft. Doch kaum erklangen die ersten Töne beim Eröffnungs-Sternmarsch, da war die Müdigkeit verflogen. Musikanten aus Hasselfelde, Stapelburg, Rübeland-Neuwerk, Drübeck, Langenstein sowie Jagdbläser aus dem Nordharz und das Fallstein-Orchester aus Rhoden zogen zeitgleich durch Veckenstedt und luden die Einwohner und Gäste zu ihrem Treffen ein.

Nach der Mittagspause, zu der das Essen aus zwei Gulaschkanonen gereicht wurde, stellten sich alle anwesenden Ensembles den Gästen vor. Bevor die ersten Töne erklangen, musste der Ablaufplan ein wenig geändert werden, denn drei der avisierten Formationen fehlten. Während die Musikanten aus Silstedt und Derenburg kurzfristig absagten, fehlte ausgerechnet der Veckenstedter Spielmannszug von 1967. Und das auch noch unentschuldigt. Ein Spaßvogel behauptete, dass die Truppe offensichtlich den Weg zum Anger nicht gefunden hätte.

Unerwähnt sei an dieser Stelle auch nicht, dass die vor knapp einem Jahr formierten Harzer Spielleute aus Ilsenburg den Veckenstedtern unangemeldet ihre Aufwartung machten. Dies kam beim Veckenstedter " Obertrommler " Detlef Spiegelberg besonders gut an. " Eigentlich hätten wir die Ilsenburger mit eingeladen, aber als wir unsere Planungen für dieses Treffen starteten, gab es den Zug noch gar nicht. Umso herzlicher waren sie uns willkommen ", erklärte er. Musikalisch war von den Ilsestädtern allerdings nichts zu hören, da sie erst unmittelbar vorm Finale anreisten. Sie hatten einen Auftritt beim Lichterfest in Bad Harzburg und kamen dort nicht zeitiger weg.

Nach dem großen Finale, das wegen der fehlenden Formatonen schon eine halbe Stunde früher als geplant begann, verabschiedeten sich die meisten Gäste. Die Veckenstedter selber ließen aber nicht locker und " rockten " die Sporthalle.

Spanferkel und Geburtstagsgruß

Und was es dort nicht so alles zu hören gab : den Abba-Klassiker " Mamma Mia ", die Rockhymne " The final countdown " von Europe und selbst die Bonanza-Titelmelodie mit einem Übergang zum " Roten Pferd " fehlten nicht. Trotz zahlreicher Forderungen nach Zugaben gab es nur noch ein Stück – nach dem ganzen Stress war den eifrigen Musikanten schlichtweg die Puste ausgegangen.

Gegen 18 Uhr begann der gemütliche Teil. Spielleute, Helfer und auch noch zahlreiche Gäste saßen noch lange beisammen. Es gab sogar ein frisch gebrutzeltes Spanferkel, das Siegfried Eilers aus Wasserleben zum Treffen spendiert hatte. Und kurz vor 22 Uhr, als sich die Neuwerker als letzte Gäste auf den Heimweg begeben wollten, spielten alle Musiker noch ein Geburtstagsständchen. Dieses galt Steffen Meinck aus Veckenstedt, der im gegenüberliegenden Schützenhaus sein 40. Wiegenfest nachfeierte.